Herde braucht sie trotzdem

Hütehündin Elli mit ihrem Nachwuchs

+
Schäferin Miriam Seidlitz mit ihren Hunden

Homberg/Grossropperhausen. Was tun, wenn die beste Hütehündin überraschend Nachwuchs bekommt und sie doch eigentlich dringend ihrem Job bei der Schafherde nachkommen müsste?

"Ganz einfach", sagt Schäferin Miriam Seidlitz und lacht, "wir haben eine mobile Welpenstube." Tatsächlich: Auf der Ladefläche des Geländewagens der Schäferei Rindt haben die drei Welpen von Hündin Elli ein vorübergehendes zu Hause gefunden. Gebettet auf Stroh, gewärmt und genährt von Elli.

Und so gehen die drei Welpen derzeit täglich auf große Tour mit der Schafherde. Dabei setzen sie nicht eine Pfote vor die Wagentür. Denn während Schafe und Schäfer ihre tägliche Strecke zu Fuß zurücklegen, werden die Welpen gefahren. So vereinbart Hundedame Elli Kindererziehung und Beruf fast spielend.

Im Eiltempo zur Herde

Das macht sie offenbar sehr gerne: Kaum öffnet sich die Ladeluke, des Geländewagens, schaut sie noch einmal kurz prüfend auf ihre Welpen und springt dann im Eiltempo aus dem Wagen, um auch bei den Schafen nach dem Rechten zu sehen.

Doch all zu lang lässt Elli ihren vor einer Woche geborenen Nachwuchs nicht alleine. "Nach ein paar Minuten bei der Herde kehrt sie zurück und kümmert sich wieder um ihre Welpen", erklärt Miriam Seidlitz und fast wie zum Beweis macht sich Elli nach ein paar mit Bravour ausgeführten Befehlen bei der Schafherde wieder auf den Weg zur rollenden Welpenstube. Das ist wichtig, erklärt die Schäferin, denn sonst würde es den jungen Hunden schnell zu kalt werden. "Deshalb achten wir darauf, dass Elli jetzt nur wenige und zudem kurze Arbeitszeiten hat." Doch verzichten können die Schäfer nicht auf Ellis Dienste. "Wir setzen sie nur ein, wenn es brenzlig wird", erklärt Miriam Seidlitz. Das ist immer dann, wenn die Herde eine Straße überqueren und es schnell gehen muss. "Dann ist Ellis Hilfe gefragt. Keiner unserer Hunde arbeitet so effektiv wie sie. Sie kann eine ganze Herde allein zusammenhalten, sie ist eben unsere beste Hündin", sagt Seidlitz und belohnt Elli mit einer extra Streicheleinheit.

Ob die Welpen eines Tages in Ellis Pfoten treten werden, glaubt Seidlitz eher nicht. "Es sind keine reinrassigen Hunde. Elli muss sich während unseres Aufenthalts auf dem ehemaligen Kasernengelände in Homberg mit einem der Hunde der Spaziergänger eingelassen haben. Wir wollen die Welpen abgeben, wenn sie alt genug sind", spekuliert die Schäferin. Geplant war der Nachwuchs jedenfalls nicht. Als Elli die Welpen dann auf der Ladefläche des Rovers zur Welt brachte, lag für die Schäfer die Lösung direkt vor der Nase.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare