Herta Selzer aus Neukirchen

Dem 100. blickte sie entspannt entgegen

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Herta Selzer aus Neukirchen wurde am 20. November 2013 in Mainz geboren

Neukirchen. Herta Selzer lächelt verschmitzt als sie die Tür zu ihrem Appartement im Pflegeheim Sankt Martin in Neukirchen öffnet. Verwundert ist sie nicht. Sie fragt: „Kommt die Zeitung zu allen, die 100 werden?“

Aber gleich darauf ergänzt sie: „Naja, so viele gibt es wahrscheinlich nicht.“ Herta Selzer wurde am 20. November 1913 in Mainz geboren. Heute feiert sie ihren 100. Geburtstag. Dem Tag hat sie entspannt entgegen geblickt: „Ich lasse das auf mich zukommen“, sagt sie.

Als einziges Kind eines Ingenieurs und seiner Frau wuchs Selzer in Essen auf. Nach der Schule besuchte die junge Frau zunächst die Krankenpflegeschule, dann eine für Erziehungspflege. In Osnabrück arbeitet Herta Selzer arbeitete einige Jahre als Krankenschwester, dann fand sie beruflich ihren Weg in Düsseldorf und Ratingen, wo sie in der Heimerziehung tätig war. „Schwierig fand ich die jungen Menschen nicht“, erzählt sie. Der Beruf habe ihr immer große Freude bereitet. Bis zu ihrem 62. Lebensjahr war Herta Selzer berufstätig. In ihrer Freizeit entwickelte die Mainzerin Lust am Reisen.

„Ein Auto hatte ich nie. Aber ich bin mit der Bahn quer durch Deutschland gefahren. Privat blieb sie ledig, ging ganz in ihrem Beruf auf. Verwandte in Remscheid besuchte sie regelmäßig. Im Rentenalter zog Herta Selzer zu einer guten Freundin nach Homberg. „Die hatte ein großes Haus, einen riesigen Garten und war bisweilen etwas überfordert“, erzählt die alte Dame. Gern habe sie im und rund ums Haus gewerkelt, besonders die Gartenarbeit sehr genossen. Ein großes Hobby sei immer das Lesen gewesen. Immer schon habe sie sich in Geschichten verlieren können. 1988 zog Herta Selzer im Sankt Martin ein. Die Entscheidung beschreibt sie ganz pragmatisch: „Wer Hilfe braucht, muss sich da einquartieren.“ Froh sei sie gewesen, dass sie ihre Möbel um sich haben könne, erzählt sie und streicht mit der Hand über das schmucke Holzbett.

In ihrem Apartment bewegt sich die 100-Jährige allein, macht sich Frühstück und Abendessen. Das Mittagessen kommt vom Haus. Lesen sei nach wie vor ihr liebster Zeitvertreib. „Die Zeitung lese ich jeden Tag“, sagt sie. Aber wünschenswert sei es nicht, so alt zu werden. „Alle Bekannten sind schon nicht mehr“, erklärt Herta Selzer.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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