Doris und Jörg Seligmanns Honig ist für seine Qualität prämiert

Seit 14 Jahren Hobbyimker: Das Ehepaar Doris und Jörg Seligmann hat mehrere Bienenstände sogar hinterm Haus im Garten stehen. Ihr Honig wurde für seine Qualität ausgezeichnet. Foto:  Schittelkopp

Moischeid. Ihre Leidenschaft ist ein goldener, zähflüssiger Saft: Jörg und Doris Seligmann sind seit 14 Jahren Hobbyimker.

Kürzlich wurde ihr Honig vom Hessischen Imkerverband mit Gold prämiert, damit sind sie die einzigen Bienenzüchter mit dieser Auszeichnung im Schwalm-Eder-Kreis und in Waldeck-Frankenberg. Seligmanns Honig ist top, was Geschmack, Reinheit sowie Wasser- und Enzymgehalt angeht. Stolz kann nun das Ehepaar die Aufkleber mit der Prämierung auf ihren Honiggläsern anbringen.

Als Jörg Seligmann 2000 mit dem Imkern begann, besaß er drei Völker der Honigbiene. „Die Biene hat mich begeistert“, erzählt er. Mittlerweile ist der Bestand des Imker-Paares auf 45 Völker angewachsen. Einige davon stehen sogar bei ihnen im Garten. Doch wie ist es möglich, im eigenen Garten zu entspannen, ohne gestochen zu werden? „Durch Zucht“, erklärt Seligmann, der dem Imkerverein Treysa angehört und Bienensachverständiger des Schwalm-Eder-Kreises ist. Denn Sanftmütigkeit ist ein Kriterium für die Zucht. „Als ich Kind war, war es noch eine Mutprobe, sich vor einen Bienenkorb zu stellen“, erzählt er. Heute seien die Honigbienen weniger angriffslustig, dennoch seien sie nicht zu unterschätzen. „Die Biene ist hinten spitz“, scherzt der Imker. Deshalb stehen auch die meisten Bienenstände heute noch weit draußen in der Natur.

Heute mehr Erträge

Neben dem Wesen sind dem Imker noch anderer Charakteristika bei der Zucht wichtig: wie die Wabenstetigkeit und Honigertrag. Sammelte früher ein Volk sieben Kilogramm Honig pro Jahr, sind es heute 25 bis 30. „Die Biene ist nach Rind und Schwein das größte Wirtschaftstier.“

Die Seligmanns verbringen besonders von April bis September viel Zeit in der Natur bei ihren Bienen. Im Juni waren es 200 Stunden, das dokumentiert der Imker genau. „Wir streben eine hohe Qualität unseres Honigs an“, sagt der 49-Jährige. Das schätzen die Kunden. „Wer Honig aus der Region kauft, will wissen, wo dieser herkommt und sucht das Gespräch mit dem Imker“, weiß Seligmann.

Doch das Imkern wird nicht einfacher: Klimawandel, die Varroa-Milbe und Pestizide bedrohen die Biene. Auch haben die Imker mit steigenden Betriebskosten zu rechnen. Doch besonders die Milbe bereitet Kummer: „Mittlerweile sind Resistenzen entstanden.“ Und die Parasiten übertragen Krankheiten. Die Imker behandeln ihre Völker mit Ameisensäure gegen den Befall. Mehrmals im Jahr. „Das war vor 15 Jahren noch nicht nötig.“ Ans Aufgeben denkt das Ehepaar nicht, dafür hat die Honigbiene beide zu sehr in ihren Bann gezogen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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