Klaus Herz kümmert sich in Homberg um die Integration von Geflüchteten

Ein Herz für Flüchtlinge

In seinem Büro am Marktplatz in Homberg: Klaus Herz koordiniert die Integrationsangebote für Flüchtlinge in Homberg. Foto: Leissa

Homberg. Wenn Klaus Herz aus dem Fenster seines Büros am Marktplatz in Homberg blickt, sieht er oft jene Menschen, mit denen er beruflich zu tun hat. Dort schieben Frauen im Kopftuch ihre Kinderwagen über den Platz, einige Meter weiter stehen junge, dunkelhäutige Männer und unterhalten sich. Klaus Herz ist der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Homberg. Sein Job ist die Integration.

Herz’ Büro liegt über der Tourist-Info, vor einem Jahr hat er seine Tätigkeiten als städtischer Mitarbeiter im Bereich Soziales und Integration begonnen. Anlass für seine Arbeit war die Feststellung, dass eine große Zahl der Asylsuchenden, die nach Abschluss ihres Asylverfahrens in Homberg bleiben, sich in der Altstadt niederlässt. „Es wohnen etwa 800 Menschen in der Innenstadt Hombergs. Jeder Vierte hier ist mittlerweile ein Flüchtling“, sagt Herz.

Die soziale Struktur im Herzen der Stadt habe sich im Laufe der vergangenen drei Jahre zum Teil drastisch gewandelt, immer mehr Migranten aus Drittstaaten würden das Stadtbild prägen. Das nachbarschaftliche Leben mit den alteingesessenen Hombergern sei nicht das Problem, betont Herz, aber: „Wir müssen eine Ghettoisierung verhindern.“

Gegen Ghettoisierung

Dagegen ging Herz bereits vor, als er beim Stadtentwicklungsverein im Programm „Soziale Stadt“ mit Fokus auf die Bahnhofstraße in Homberg mitwirkte. In dem Teil der Stadt, der einige Zeit als Problemviertel verrufen war, lebten mehrheitlich Aussiedler sowie viele Flüchtlinge.

Bauprojekte wie der Umbau der Alten Sparkasse, eine Freizeitanlage am Buchenweg mit Spielplatz und das Jugendzentrum Altes Gaswerk hatten das Ziel, die Bahnhofstraße nicht nur attraktiver zu machen, sondern auch die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund in das gesellschaftliche Leben in Homberg zu fördern. Sprache ist ein wichtiger Baustein im Programm „Soziale Stadt“, sagt Klaus Herz. Zu seinen Aufgaben gehört deshalb auch die Organisation von Sprachkursen.

Kurs fürs Radfahren

Kern seiner Arbeit: die Koordination. „Ich unterstütze und vernetze die Ehrenamtlichen, sammle Informationen und sorge dafür, dass die Integration der Flüchtlinge in Homberg gelingen kann“, fasst der Marburger zusammen. Integration bedeute für ihn, dass ein Mensch in Homberg für sich selber sorgen könne. Als Starthilfe sorgt Herz für Sprachkurse, Freizeit- und Sportaktivitäten und auch für die Möglichkeit, den Horizont der Flüchtlinge zu erweitern – zum Beispiel mit Fahrradfahren. „Wir haben einen Fahrradfahrkurs angeboten, damit die Teilnehmer mobiler sind und auch mal die Umgebung rund um Homberg erleben können“, sagt Herz.

„Macht tollen Job“

Sein Arbeitgeber ist zufrieden: „Wir hatten bisher immer sehr gute Erfahrungen mit Klaus Herz gemacht. Er macht auch jetzt einen tollen Job“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Man habe vor einem Jahr nach einer Person gesucht, die gut vernetzt sei in Homberg, Klaus Herz konnte alle Jobvoraussetzungen erfüllen.

Und Herz hat noch viel und kreatives vor: Denkbar seien Fotografie-Projekte und Musikalisches mit den betreuten Flüchtlingen. Und mit Musik kennt sich Herz aus: Kehrt der Marburger nach einem langen Arbeitstag wieder in sein Heim zurück, spielt er oft Klavier. ARTIKEL UNTEN

Quelle: HNA

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