Franz Purkart wird für seine 50-jährige Chorleitertätigkeit beim MGV Kirchhof geehrt

Mit dem Herzen dabei

Gibt seit einem halben Jahrhundert den Takt an: Chorleiter Franz Purkart dirigiert vier verschiedene Chöre. Foto: Schippers

Melsungen. „Musik ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt Franz Purkart. Seit 50 Jahren leitet er nun schon den Männergesangverein 1896 Kirchhof. Und das ist nur einer seiner vier Chöre. Die anderen drei – die Gemischten Chöre der SG 09 Kirchhof und des FTSV Kehrenbach sowie den Männergesangverein „Deutsche Eiche“ Günsterode – dirigiert er seit 45 Jahren.

Geboren wurde Purkart 1940 im böhmischen Preßnitz. Im Erzgebirge gelegen, wurde dort lange Zeit Bergbau betrieben. Doch als die Erträge nachließen, musste die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt auf andere Weise sichern. „In Preßnitz verdienten viele Familien ihr Geld mit Musik“, erzählt Purkart. Auch seine Vorfahren zogen als Berufsmusiker durch die Lande, vom Ur-Ur-Großvater bis zum Vater. „Ich stamme also aus einer Musikerfamilie“, sagt der Chorleiter.

Glück in der Gastfamilie

Ins hessische Oberbeisheim kam er 1946 mit seiner Mutter. Sie gehörten zu den Heimatvertriebenen. „Wir hatten das Glück von der Gastfamilie Kegelmann aufgenommen zu werden“, erinnert sich Purkart. Diese Familie war musikalisch aktiv, der Vater im Männergesangverein, der Sohn im Posaunenchor. So kam Purkart erstmals in Kontakt mit Chorgesang und lernte, Flügelhorn zu spielen. 1949 wurde er Vereinsbote für den Männergesangverein.

Anfang der 60er Jahre lernte Purkart seine Frau Erika kennen und zog nach Kirchhof. Dort trat er in den Männerchor ein. Der Chorleiter Wolfgang Waßmuth nahm ihn mit zu einem Chorleiter-Seminar von Walter Edeling. Die weitere nötige Theorie für die Chorleitung habe er sich zu 80 Prozent selbst beigebracht, sagt der 73-Jährige.

1968 übernahm Purkart die Nachfolge von Waßmuth beim Gemischten Chor und beim MGV. Zur gleichen Zeit wurde der Gemischte Chor in Kehrenbach gegründet und der Leiter des Männergesangverein Günsterode verstarb. „Dann hatte ich plötzlich vier Chöre, die ich mit meiner Berufstätigkeit unter einen Hut bringen musste“, erinnert sich Purkart.

Neben der Chorleitung war Purkart unter anderem Gründer und Leiter der Gesangsgruppe „Kirchhöfer Filzbachspatzen“, Bezirks-Chorleiter und Mitglied im Kulturbeirat Melsungen. Als stellvertretender Kreis-Chorleiter organisierte er zudem jährlich Chorhelfer-Schulungen für den Sängerkreis „Heiligenberg“.

Keine Ruhe im Ruhestand

Seit dem Jahr 1999 ist Purkhart im Ruhestand und kann seither seine Aufgaben zeitlich besser bewältigen. Drei bis vier Mal die Woche sei er abends unterwegs.

„Ich bin froh, dass meine Frau das immer mitgemacht hat“, sagt Purkart lachend. Da sie selbst seit 60 Jahren im gemischten Chor singt, hätten sie dort aber auch gemeinsame Zeit verbringen können.

Sein schönstes Erlebnis in den vergangenen 50 Jahren als Chorleiter sei 1996 die Mitwirkung an der Robert Stolz Gala in der Röhrenforter Mehrzweckhalle gewesen. „Da waren etwa 1000 Konzertbesucher, das war schon etwas Besonderes.“

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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