Zum Rundgang durch den Ortsteil schlossen sich zahlreiche Röllshäuser an

Im Herzen der Schwalm

Besucher: von links Elisabeth Dickel, Martha Elisabeth Braun, Margarethe Ganz, Anna Lang, Anneliese Grothe, Hannelore Geißler, Anna Jäckel, Bernd Helmbold und Gerhard Dickel trafen sich zum Rundgang vor dem Dorflädchen am Schönberg. Fotos: Schittelkopp

Röllshausen. Das Redakteursherz hüpfte hoch beim Dorfrundgang in Röllshausen. Eine Gruppe echter Schwälmer hatte sich vor dem Dorfladen versammelt, um an dem Spaziergang teilzuhaben. Ortsvorsteher Bernd Helmbold führte durch Röllshausen mit dem Schönberg.

Gesprächsthema, natürlich in Schwälmer Platt, war unter anderem der Auftritt von Bürgermeister Andreas Schultheis beim Theaterabend des Verkehrsvereins. „Erst hat nichts geklappt“, erzählte der Bürgermeister von den Proben. Doch als es drauf ankam, legten er und die anderen Laienschauspieler einen überzeugende Auftritt hin.

Allgemeine sei das Vereinsleben recht rege, versicherte Bernd Helmbold. 19 Vereine zählt das Dorf: Darunter sind die Trachtengruppe, Sportvereine und natürlich die Feuerwehr. „Nachwuchssorgen kennen wir nicht, wir haben eine große Jugendfeuerwehr“, bestätigte der Ortsvorsteher.

Treffpunkt am Schönberg ist der kleine Edeka-Laden der Familie Braun. Seit 1929 versorgt der Markt die Menschen. An der Kassen sitzen Margarethe Braun und Martha Elisabeth Braun, natürlich noch in Schwälmer Tracht. Dort ist Platz für Gespräche und den Dorfklatsch. Doch die Zeiten haben sich auch in Röllshausen geändert: „Die Leute kaufen mehr in den großen Supermärkten ein“, erzählte Margarethe Braun. Seit ihrem 12. Lebensjahr hilft die 80-Jährige im Dorfladen: „Ich habe nie etwas anderes gemacht.“

Um die älteren Röllshäuser Bewohner kümmert sich Regina Diehl-Gall. Sie ist Besitzerin des Altersheims Schöne Aussicht. 33 Personen verbringen dort ihren Lebensabend. „Röllshausen ist meine Heimat“, erzählt Regina Diehl-Gall. Dort sei es einfach am schönsten.

Wichtig ist die Dorfgemeinschaft erzählte Hannelore Geißler. Sie hatte nach Rölls- hausen eingeheiratet und fühlt sich dort pudelwohl. Auch die Schwestern Anna Lang und Anneliese Grothe lieben als echte Schwälmerinnen ihren Ort sehr. Nach kurzer Zeit verabschiedeten sich vom dem Dorfrundgang, es gäbe noch viel zu tun, denn am nächsten Tag wollten sie Brot im Backhaus backen, erzählten die beiden Frauen.

Ganzer Stolz des Dorfes ist natürlich die Kapelle Schönberg, einem Wahrzeichen der Schwalm. Rund um den Berg sind die Häuser denkmalgeschützt. Der Vorsitzender des Fördervereins, Gerhard Dickel erzählte die Geschichte und Anekdoten des Schönbergs.

So liegt laut einer Sage unter dem Altar ein Schatz, der nur um Mitternacht geborgen werden kann, wenn die Schatzsucher nicht sprechen. Die romanische Weihkirche wurde mit rund zwei Millionen Euro saniert. Regelmäßig finden in dem Kulturdenkmal Messen, Hochzeiten und Konzerte statt. Die Renovierungen brachten viel Neues: So wurden Fresken freigelegt, aber auch die Totenkronen entfernt, welche den Kirchenraum vorher schmückten. Diskussionen gab es um die Beleuchtung am Aufstieg sowie um den Standort der Orgel unter den Ortskundigen. Heinz Geisel läutet täglich um 11 und 18 Uhr die drei Glocken des Kapelle per Hand. Auch für Besucher lässt er sie erklingen.

Von Claudia Schittelkopp

HNA-Serie Gespräche am Gartenzaun: Rundgang durch Röllshausen

Quelle: HNA

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