Herzinfarkt: Der Faktor Zeit ist entscheidend

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Moderne Medizintechnik: Das neue Herzkatheter-Labor im Fritzlarer Hospital bietet eine 24-Stunden-Bereitschaft, 365 Tage im Jahr. Experten für die Untersuchung und Behandlung sind (von links) Chefarzt Dr. Wolfgang Dausch, Leitender Oberarzt Stefan Horn, Oberarzt Dr. Murat Yildiz und Fachkrankenschwester Gisela Schmidt.

Fritzlar. Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle, wenn das Herz streikt: Je schneller eine Behandlung eingeleitet wird, desto größer sind die Chancen des Patienten, ohne schlimme Folgen geheilt werden zu können.

Mit seiner neuen Herzkatheter-Anlage bietet das Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist diese schnelle Hilfe an. 450.000 Euro hat das Krankenhaus investiert in moderne Medizintechnik und reagiert damit auch auf den Erfolg, den das Herzkatheter-Labor seit 2007 verbuchen kann.

„Wir wollen zeigen, dass auch ein kleines Haus wie unseres konkurrenzfähig sein kann auf diesem Gebiet“, sagt Chefarzt Dr. Wolfgang Dausch. In den vergangenen fünf Jahren - damals begann die Arbeit mit einer gebrauchten Anlage - wurden mehr als 3100 Patienten mit dem Herzkatheter untersucht, etwa 700 Herzinfarkte behandelt, darunter zwei Drittel schwere Infarkte.

Die Patienten kommen aus der gesamten Region und nutzen damit das dezentrale Angebot vor Ort. Die kurzen Anfahrtzeiten sind ein Vorteil, dazu kommt die Vernetzung des Krankenhauses mit dem Rettungsdienst des DRK.

Schon im Rettungswagen wird ein EKG geschrieben, das per Telemedizin ins Krankenhaus übermittelt wird. Dort können die Vorbereitungen für einen Eingriff beginnen. Wenn der Patient im Hospital ankommt, steht schon alles bereit, Gerät und Personal.

Alles unter Kontrolle: Vom Nachbarraum aus wird der Eingriff am Herzen auf Monitoren überwacht.

„Die Fritzlarer Ärzte liegen mit 26,1 Minuten (von Ankunft im Hospital bis Öffnung des Gefäßes mit dem Ballon) weit unter dem Bundesdurchschnitt“, sagt Dr. Dausch. Man könne sich mit dieser Zeit mit renommierten Herzzentren messen.

Positiv bewertet Dausch außerdem die geringe Strahlenbelastung während der Untersuchung mit dem Herzkatheter. Sie liegt dank neuer Technik und der großen Erfahrung der Ärzte weit unter der Dosis anderer Einrichtungen.

Dr. Dausch, der seit zehn Jahren in Fritzlar arbeitet, nennt sein großes Ziel: „Wir wollen in Fritzlar das kardiologische Zentrum Schwalm-Eder Nord etablieren.“

Das Labor lädt ein

Zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung lädt das Herzkatheter-Labor im Fritzlarer Hospital für Mittwoch, 22. August, ab 17 Uhr in die alte Cafeteria ein. Dr. Wolfgang Dausch wird Vorträge halten über Herzinfarkt-Vorbeugung und die ambulante Herzkatheter-Untersuchung, das moderne Herzkatheter-Labor kann besichtigt werden. Wer möchte, kann an einem Modell selbst in die Rolle des Kardiologen schlüpfen.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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