Schwarzstorch, Libellen und Bachflohkrebse profitieren

Hessen-Forst lässt Katzenbachteich renaturieren

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Matschige Angelegenheit: Hessen Forst lässt derzeit den Katzenbachteich im Wald zwischen Sachsenhausen und Frankenhain renaturieren.

Gilserberg. 60.000 Euro investiert Hessen Forst in die Renaturierung des Katzenbachteichs im Wald zwischen Sachsenhausen und Frankenhain. Es entsteht eine Wohlfühlzone für Molch und Co.

Die Arbeiten werden finanziert durch Landesmittel zur Förderung der Biodiversität. „Damit wollen wir den Katzenbachteich als Naherholungsgebiet sichern und die Artenvielfalt in und um das Gewässer erhöhen“, so Matthias Schnücker vom Forstamt Jesberg.

Ferner soll durch die Trennung von Bach und Teich verhindert werden, dass der Teich stark verlandet. Keine leichte Aufgabe, so Thomas Schmidt vom beauftragten Planungsbüro WAGU in Kassel und Michael Lenz von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Kassel, die die Arbeiten betreut.

Damm war gebrochen

Nachdem im Frühjahr der Damm des Katzenbachteichs gebrochen war, drohte das Gewässer endgültig zu verlanden, wie bereits vor längerer Zeit die beiden oberhalb gelegenen ehemaligen Fischteiche. Schwachstelle des Teichs sei ein künstlicher Überlauf gewesen, der aufgrund der vielen Feuchtigkeit im Frühjahr dazu führte, dass der Damm brach und das Teichwasser nicht mehr gestaut wurde.

Um wieder einen intakten Teich zu haben, müssen erst einmal zig Lkw-Ladungen an Schlamm herausgefahren werden. Zwei Wochen lang sollen die Arbeiten, die von einer Bad Hersfelder Fachfirma ausgeführt werden, dauern.

Für den Erhalt des Katzenbachteichs: von links Thomas Schmidt (Planungsbüro), Matthias Schnücker (Bereichsleiter Hessen Forst), Michael Lenz (Obere Naturschutzbehörde) sowie Justus Kallemeyer (Forstamt Jesberg).

Bis zu einem Meter dick hat sich im Laufe der Jahrzehnte Schlamm in dem Gewässer, das bis zum Sommer auch noch als Fischteich diente, gesammelt. Künftig soll der Katzenbach nicht mehr direkt in den Bach fließen, sondern wird an ihm vorbei geleitet - „so, wie es ursprünglich einmal war“, so Schnücker. Hierfür wird tonige Erde von dem vorhandenen Damm abgetragen und ein zusätzlicher Damm in das Teichbett gebaut, sodass der Bach künftig parallel zu dem Steilhang an dem Teich vorbei fließt.

Durchgängig für Fischarten

Ein neuer künstlicher Überlauf oberhalb des Teiches soll den Wasserfluss des Baches regulieren. „So wird ermöglicht werden, dass einerseits der Katzenbach wieder für mehr Fischarten durchgängig ist und andererseits der Teich wieder als Nahrungshabitat unter anderem des Schwarzstorchs dient“, erklärt Schnücker. „Fische fressen Froschlaiche, Libellenlarven oder Molche, das passt nicht zum Naturkonzept.“

Der künftig stärker fließende Bachlauf werde auch eine neue Wohlfühlregion für Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse oder Steinfliegenlarven, die sich in dem wärmeren und langsamer fließenden Teichwasser nicht wohl fühlten. Der Eisvogel habe hier bereits Station gemacht, und auch Wasseramseln sollen in den Steilwänden am Rand des Katzenbachs künftig Brutröhren finden. Schnücker: „Am Rande des Flora-Fauna-Habitats zwischen Sachsenhausen und Strang wird das Katzenbachtal dadurch noch zusätzlich aufgewertet.“

Quelle: HNA

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