Es blieben nur Stümpfe

Hessen Mobil fällte Bäume - Anwohner haben kein Verständnis

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Eine große Lücke: Wo die Hecke aufhört, sind nur noch die Stümpfe der hohen Bäume übrig, die vor der Rodung die Landstraße gesäumt hatten. Ute Sieburg ist entsetzt.

Willingshausen. Wer von Willingshausen über Wasenberg nach Treysa fährt, kann sie nicht übersehen: Die vielen Stümpfe gefällter Bäume. Naturliebhaber ärgern sich über den Kahlschlag. Hessen Mobil hatte bei der Rodung die Verkehrssicherheit im Auge.

Ute Sieburg hat gesehen, wie kurz vor Weihnachten am Ortsausgang Willingshausen in Richtung Wasenberg die Holzfäller anrückten. Sie ist entsetzt über die trostlosen Lücken in der Bepflanzung am Straßenrand, die sie hinterließen. Auch an den Straßen von Wasenberg in Richtung Ransbach und Treysa wurden Bäume und Sträucher gerodet.

Die Firma, welche die Rodungsarbeiten ausführte, handelte im Auftrag von Hessen Mobil. Auf HNA-Anfrage erklärte Pressesprecher Horst Sinemus: "Es handelt sich dabei um die regelmäßigen Baumpflegearbeiten." Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, werden jährlich Bäume und Sträucher zurück geschnitten. "Bei mangelnder Standsicherheit müssen die Bäume gefällt werden", führte er weiter aus.

Die Rentnerin kann nicht nachvollziehen, warum eine Rodung dieses Ausmaßes nötig war: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass all diese Bäume morsch waren". Die 71-Jährige verweist auf die fehlende Schutzwirkung: "Die Bäume haben Schneeverwehungen verhindert."

Die Lücken in der Bepflanzung sollen nicht bleiben. Sinemus: "Derzeit werden Gespräche geführt, wie die gerodeten Bereiche neu bepflanzt werden können."

Ute Sieburg hat das Gefühl, dass die beauftragten Baumpfleger mit wenig Fingerspitzengefühl vorgegangen sind. Sie hofft jetzt auf neue Bäume.

Von Jonathan Vorrath

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Quelle: HNA

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