Gebührenfrei ab 1. August 2018

Für Kommunen in Hessen wird die Abschaffung der Kita-Gebühren teuer

Wolfhager Land. Während Eltern entlastet werden, wird die Kinderbetreuung in Kitas für die meisten Kommunen teurer. Zum 1. August 2018 schafft die Hessische Regierung die Kindergartengebühren ab.

Für sechs Stunden am Tag ist die Betreuung der Kinder dann gratis. Das Land Hessen zahlt dafür den Kommunen 136 Euro pro Kind und Monat.

Das jedoch löst unter anderem in den Rathäusern des Wolfhager Landes keine große Freude aus. Denn dort werden weitere Ertragsausfälle und ein Anstieg der Ausgaben erwartet. „Wir rechnen mit deutlichen Mehrkosten“, sagt Thomas Raue (SPD), Bürgermeister von Habichtswald. Er geht davon aus, dass viele Eltern die Betreuungszeit für ihre Kinder ausdehnen werden, zumal die ersten sechs Stunden gratis sind. Das bedeutet mehr Personal und höhere Kosten. Raue rechnet mit einer Erhöhung des Fehlbetrages im Bereich Kita um 200.000 Euro auf 800.000 Euro im aktuellen Jahr.

Eine ähnliche Entwicklung erwartet Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos). Allein aufgrund der Nachteile aus der Pauschale steigt das Defizit um jährlich 100.000 Euro. Da das Parlament erst zum Januar die Gebühren erhöht hatte, sei ein weiterer Beschluss für eine neuerliche Anhebung der Gebühren ab der siebten Betreuungsstunde unwahrscheinlich. Als klare Verliererin sieht sich auch die Stadt Zierenberg. Auch dort liegt nach Angaben von Bürgermeister Stefan Denn (SPD) der von der Landesregierung ermittelte Pauschalbetrag von 136 Euro unter dem Gebührensatz für die Halbtagsbetreuung, der in Zierenberg 169 Euro beträgt.

Eine Entlastung für Kommunen ergäbe sich nur, so Naumburgs Verwaltungschef Stefan Hable (CDU), wenn Bund und Land sich stärker als bisher an den laufenden Kosten des Kita-Betriebs beteiligen oder – analog dem Vorgehen bei Schulen – alle Kosten übernehmen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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