Verkehrsminister Tarek Al-Wazir schaute sich Homberger Mobilitätsprojekt an

Homberger Bürgerbus ist gut in Fahrt

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Kümmern sich in der Tourist-Info um die Fahr-Termine: Georg Findling (links) und Hans-Dieter Wagner (rechts) gehören zum Telefondienst des Homberger Bürgerbusses. „d’Bus“-Sprecher Prof. Dr. Herbert Wassmann (hinten von links) stellte Dr. Bettina Hoffmann (Grüne Schwalm-Eder), Wolfgang Rausch (NVV-Geschäftsführer) und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir alle Abteilungen des Bürgerbusses vor.  

Homberg. Seit zehn Monaten auf der Straße, durchschnittlich 20 Fahrten am Tag, und die 10.000-Kilometer-Marke ist geknackt: der Bürgerbus „d’Bus“ in Homberg ist laut Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ein vorbildliches Projekt für die Mobilität im ländlichen Raum.

Großes Interesse hatte der Grünen-Politiker bei seinem Besuch in der Reformationsstadt an den Erfahrungen, die der Verein Bürger für Homberg seit Beginn des Projekts 2015 gesammelt habe.

„In vielen ländlichen Regionen ist es schlicht weder finanziell möglich, noch ökologisch sinnvoll, den klassischen Bus in jeden Ortsteil fahren zu lassen“, erklärte Al-Wazir. Im Gegenteil, in manchen Regionen mache die dort abnehmende Bevölkerungszahl die Aufrechterhaltung des klassischen Personennahverkehrs immer schwieriger.

Wo Bus und Bahn an ihre Grenzen stoßen, kommt der Bürgerbus ins Spiel: Das Motto für den Homberger Bus sei, Menschen mobil zu machen, die es noch nicht oder nicht mehr sind, erläuterte Karl-Ernst Paul vom „d’Bus“-Sprecherteam. „Sie sollen sich untereinander begegnen können.“ Darum fahre man die Nutzer nicht nur zum Arzt, zur Bank oder zum Rathaus, sondern auch zu privaten Terminen, trage auch mal den Einkauf ins Haus.

Bürgerbus finanziert sich aus Werbeeinnahmen und Spenden

Für ihr Engagement verlange das Team nichts: Der Bürgerbus finanziert sich aus den Einnahmen aus den Werbeflächen am Bus und zum Teil auch mithilfe der freiwilligen Spenden der d’Bus-Nutzer. Das Busprojekt wurde aus dem Programm „Land mit Zukunft“ realisiert. Gefördert werden sechs besonders vom demografischen Wandel betroffenen Kommunen, darunter Homberg, bei der Verbesserung der Lebensqualität vor Ort und bei der Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Das Konzept „von Bürger für Bürger“ geht auf: Durchschnittlich nehme man 14 Fahrgäste pro Tag mit. „Die Hardware ist der Bus, die Software sind aber die Menschen, die den Bürgerbus organisieren“, sagte Dirk Schumacher, Sprecher des Bürgerbus-Teams. 30 Menschen engagieren sich entweder im Fahr- oder im Telefondienst, berichtete Prof. Dr. Herbert Wassmann. Sie bringen Wissen aus verschiedenen Berufen mit, vom kaufmännischen Angestellten bis zum IT-Fachmann.

Eine Konkurrenz zum Angebot des NVV oder zum Taxi stelle der Bürgerbus nicht dar, man sei eine Ergänzung. Das sieht der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) auch so: Laut Geschäftsführer Wolfgang Rausch könnte der NVV mit dem Projekt zusammenarbeiten und sein Know-How anbieten.

Verkehrsminister Al-Wazir bietet Hilfe an 

Weitere Hilfe bot Tarek Al-Wazir über das Fachzentrum der Verkehrsverbünde NVV und Rhein-Main an, das seit Juni Mobilitätsangebote im ländlichen Raum unterstützt.

Der Bürgerbus Homberg ist eine Abteilung des Vereins Bürger für Homberg. Der Bürgerbus „d’Bus“ fährt zwei Mal wöchentlich, jeweils dienstags im nördlichen Bereich und donnerstags im Süden Hombergs. Eine Fahrt kann jeweils am Vortag telefonisch zwischen 15 und 17 Uhr angemeldet werden. Der Neunsitzer fährt nur durch die Kernstadt und die 22 Homberger Stadtteile. Für Fahrten, die über das Stadtgebiet hinaus gehen, transportiert der Bürgerbus die Nutzer zum Beispiel zum Busbahnhof.  

• Kontakt: Verein Bürger für Homberg, Heckenrosenweg 2 in Homberg , Tel. 05681/7713000, E-Mail an BfH576@t-online.de

Quelle: HNA

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