Friseure fordern einiges

Hessisches Friseurhandwerk traf sich in Oberaula

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Ehrung: (von links) Landesinnungsmeister Kay-Uwe Liebau, Obermeister Dirk Schaller und Friseurmeister Olaf Göbert. Schaller und Göbert erhielten die Silberne Ehrennadel des Verbandes.

Oberaula. Das hessische Friseurhandwerk traf sich am 21. April in Oberaula. Der Landesverband des Friseurhandwerks hatte zur Jahreshauptversammlung eingeladen.

Ausrichter der Tagung war diesmal die Friseurinnung Schwalm-Eder. In sechs verschiedenen Handlungsfeldern hat der Landesinnungsverband stellvertretend für seine Mitglieder klare Forderungen formuliert. Ganz oben auf der Agenda stehen Bildungs- und Energiepolitik. Auch eine garantierte flächendeckende digitale Infrastruktur und das Ladenschlussgesetz brennen den Friseuren auf den Nägeln. Bei Letzterem spricht sich der Landesverband eindeutig gegen eine weitere Ausdehnung aus.

Nachwuchsgewinnung sei ein ganz wichtiges Thema, sagte Landesinnungsmeister Kay-Uwe Liebau im Pressegespräch. Viele Schulabgänger würden sich lieber für ein Studium anstatt für einen handwerklichen Beruf entscheiden, bedauerte der Landesinnungsmeister: Der demografische Wandel verstärke diese Entwicklung noch, meinte Liebau und fügte an: „Wenn weniger junge Menschen da sind, können auch weniger im Handwerk arbeiten.“

Den Friseurberuf attraktiver gestalten

Um den Friseurberuf attraktiv zu gestalten, sei eine Lohn- und Ausbildungsvergütung erforderlich, welches potenzielle Bewerber anspreche, meinte der 47-Jährige. Auch wichtig regelmäßige Fortbildungen. Ein weiteres Mittel im Kampf um Nachwuchs sieht der Darmstädter bei Seiteneinsteigern und erklärte, dass es hier bereits vielversprechende Ansätze gebe.

Grundsätzlich sei Friseur ein toller Beruf, welcher unheimlich viel Entwicklungspotenzial biete, warb der Landesinnungsmeister: „Man arbeitet an Menschen und mit Menschen.“ 

Der Kunde sei zwar wesentlich kostenbewusster geworden, aber gleichzeitig sei auch die Bereitschaft gestiegen für Qualität mehr zu bezahlen, zeigte sich Kay-Uwe Liebau überzeugt, gab aber gleichzeitig auch zu bedenken, dass insbesondere im großstädtischen Bereich in Süd- und Nordhessen der eine oder andere Berufskollege seinen Umsatz lieber mit Quantität generiere.

Friseurhandwerk: Beruf mit den meisten Betrieben

Das Friseurhandwerk zählt deutschlandweit zu den Handwerksberufen mit den meisten Betrieben. Dem Landesinnungsverband Hessen gehören 23 Friseurinnungen mit knapp 1300 Mitglieder an. Im Bereich der Friseurinnung Schwalm-Eder gibt es etwa 200 Friseurbetriebe.

Quelle: HNA

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