Rektorin Ingeborg Adler von der Stellbergschule wurde diese Woche in den Ruhestand verabschiedet

Heute hier und morgen fort

Sagt auf Wiedersehen: Nach 38 Jahren an der Stellbergschule wurde Rektorin Ingeborg Adler verabschiedet. Foto: Kling

Homberg. Singende Piraten, ein Bühnenstück von Schiller und die Musik aus dem Musical Les Misérables: Nein, es waren keine Szenen eines Theaterstücks, die sich in der Turnhalle der Stellbergschule abspielten, sondern die Verabschiedung der langjährigen rektorin Ingeborg Adler.

Aktuelle und ehemalige Schüler hatten verschiedene Gesangs- und Theaterstücke einstudiert, um der Rektorin Adieu zu sagen. Ingeborg Adler ist seit 38 Jahren an der Grundschule tätig und hat in dieser Zeit zahlreiche Kinder kommen und gehen sehen. „Ich habe viele schöne Erlebnisse hier gehabt. Täglich mit Kindern zu tun zu haben, war eine tolle Erfahrung und hatte für mich immer etwas Beglückendes.“

Dass sie bei ihren Schülern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, wurde bei ihrer Verabschiedung deutlich: Ehemalige Schüler von vor knapp 30 Jahren waren extra für sie angereist. Zu ihnen zählte auch Hombergs Bürgermeister Martin Wagner. Er erzählte, wie er die Lehrerin in der dritten Klasse kennenlernte. „Damals habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich Sie heute in den Ruhestand verabschiede.“ In ihren 38 Jahren an der Stellbergschule sei die 65-Jährige vor allem durch ihr Engagement aufgefallen, sagte Otto Prilop vom Staatlichen Schulamt. „Sie war eine Lehrerin, die nach der optimalen Förderung der Schüler strebte und vor allem durch ihre innere Bindung zur Schularbeit aufgefallen ist.“

Angefangen hat ihre Karriere 1966 mit dem Studium der Philologie in Marburg, danach wechselte sie nach Gießen und studierte dort Englisch und Deutsch, bevor sie 1970 erstmals als Lehrerin in Wernswig arbeitete. 1974 wechselte sie zur Stellbergschule und wurde dort 1977 Konrektorin. Das Amt der Schulleiterin übernahm sie im Jahr 1999.

In der Verlängerung

Die 65-Jährige wird noch bis zum 31. August Rektorin der Stellbergschule bleiben. Ursprünglich hätte sie schon im Februar in Ruhestand gehen sollen, erbat sich aber eine Verlängerung, da sie den Kindern einen Wechsel mitten im Schuljahr ersparen wollte.

Zum Abschied hatten sich ihre Schüler und die Lehrer etwasBesonderes einfallen lassen. Die Kinder sangen ihr Lieder, wie „Heute hier, morgen dort“ vor, und zusammen mit ehemaligen Schülern, die jetzt auf die Erich-Kästner-Schule gehen, wurden Stücke aus dem Musical Les Misérables gesungen. Zudem wurde eine Szene aus Friedrich Schillers Werk „Der Handschuh“ aufgeführt. „Ich hätte mir keine schönere Verabschiedung erträumen können“, sagte eine sichtlich bewegte Ingeborg Adler.

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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