Halloween-Fest im Wildpark Knüll

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Geschichten über Hexen im Gepäck: Anna Hutter führte Kinder durch den Wildpark, hier mit Charlotte und Marlene Schütz aus Fritzlar.

Schwalm-Eder. Die Kinder konnten es kaum glauben, dass Anna Hutter schon 300 Jahre alt sein sollte. Wer die Frau betrachtete, sah nur eine zarte junge Gestalt unterm Hexenhütchen.

Als Kräuterhexe führte die Fritzlarerin am Sonntag die Gruppen durch den Wildpark beim Halloweenfest und erzählte gruselige Geschichten und Anekdoten vom Hexenwesen.

Die junge Frau ist natürlich keine 300, sondern 26 Jahre alt, schlüpft aber gern in die Hexenrolle und zog die Kinder in die Welt des Mittelalters. „Früher glaubte man, dass in der Walpurgisnacht die Hexe auf einem Ziegenbock auf den Brocken reitet“, sagte sie am Ziegengelände und zog den Reißigbesen zu sich heran.

Spaß für die ganze Familie: Lenya und Linus Itzenhäuser mit ihren Eltern Mirko und Alexandra und zwei Kürbissen.

Am Eulenkäfig wies sie darauf hin, dass nachaktive Tieren zu den Begleitern der Hexen zählen, wie Eulen, Spinnen und Fledermäuse. „Und wenn nach einem Regen kleine Nebelschwaden aus dem Wald aufsteigen, kochen die Hexen ihr Süppchen“, fügte sie hinzu.

Räucherhexe Doris Klein aus Bad Wildungen unterstützte sie und hatte sogar einen Waldschrat mitgebracht. Der soll angeblich auf den Wald aufpassen und Äste und Bäume werfen, wenn die Menschen sich zu sehr am Wald vergehen.

Ein mulmiges Gefühl machte sich bei den Geschichten breit. Die Lust am Gruseln gehört zu Halloween und zog wieder jede Menge Besucher in den Knüll. „Kinder sind für die Dinge unglaublich offen“, sagten die Hexen. „Sie lassen sich gern auf die magische Welt ein, sind fasziniert davon und gruseln sich gern“.

Das mag wohl einer der Gründe sein, warum Halloween das Familienfest im Park ist. Auch Luca Weißing aus Falkenberg wollte mit seiner Mutter Sabine unbedingt zum Fest und hatte sich als Graf Dracula verkleidet.

Kinder mit erwartungsvollen Gesichtern stürmten an der Hand der Eltern in den Park. Sara Engelbrecht, selbst im Hexenkostüm und Umweltpädagogin im Park, gefiel es, dass die Hexen so viel Verantwortung übernehmen und fügte hinzu. „Ein wenig haben die Hexen das Fest in der Hand.“

Dennoch gab es viel des schon fast Traditionellen: An jeder Ecke höhlten Eltern und Kinder mit Begeisterung die orangegelben Kürbisse aus, formten die Fratzen, probierten die Kürbissuppe oder ließen sich zum Vampir oder der Hexe schminken. Sogar Kindergeburtstage wurde dort gefeiert.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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