Gewerbegebiet Hiddeser Feld

Rückzieher in Wolfhagen und Breuna: Flächen gibt es wieder zum alten Preis

Top-Lage an der A 44: Das Gewerbegebiet Hiddeser Feld hat noch mehr als 170 000 Quadratmeter Fläche frei. Hinten ist die Niederlassung des Getränkeabfüllers Vitaqua zu sehen, rechts daneben das Rewe-Logistikzentrum und davor die neue Halle von VW Classic Parts. Links haben sich ein Schnellrestaurant, eine Lkw- Waschanlage und eine Spielhalle angesiedelt. Foto: Norbert Müller

Wolfhagen/Breuna. Die erhofften höheren Einnahmen beim Verkauf der Flächen im gemeinsamen Gewerbegebiet Hiddeser Feld zwischen Breuna und Wolfhagen-Niederelsungen haben die beiden Kommunen abgehakt.. 

Die Nachfrage bestimmt den Preis, und wenn es rund um Kassel keine Gewerbeflächen mehr gibt, dann müssen Interessenten ins Umland ausweichen. Davon wollte man dann auch im Wolfhager Land, in Wolfhagen und Breuna, profitieren.

Das Gewerbegebiet Hiddeser Feld liegt auf dem Gelände beider Kommunen, rund ein Viertel auf Breunaer Grund, der Rest gehört zum Wolfhager Stadtteil Niederelsungen. Erhöhungen werden zunächst in der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft Hiddeser Feld beraten, ein Beschlussrecht hat das Gremium nicht. Es gibt Empfehlungen, die dann von den Parlamenten der beiden Kommunen abzusegnen sind.

Reinhard Schaake

Und so hatte man im vergangenen Jahr in der AG eine Anhebung des Quadratmeterpreises von 29,50 Euro auf 34,50 Euro vereinbart. Die Breunaer Gemeindevertreter hielten sich daran, in Wolfhagen war die CDU der Ansicht, man könne zum Nutzen der Stadtkasse noch mehr herausholen, beantragte eine Erhöhung auf 39,50 Euro und setzte sich gegen die Stimmen der SPD durch. „Das kam völlig überraschend“, sagt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos). Das Problem: Im gemeinsamen Gewerbegebiet hatte man plötzlich zwei unterschiedliche Preise.

Für Klarheit sorgte die Hessische Landgesellschaft (HLG), die für die Kommunen die Bodenbevorratung erledigt, sich also um den Flächenankauf und -verkauf kümmert. Und von dort kam die klare Ansage, dass wegen der Förderung durch das Hessische Finanzministerium, über das 5,67 Mio. Euro in die Erschließung des Hiddeser Feldes flossen, bei der Vermarktung der Flächen von den Kommunen kein Gewinn erzielt werden dürfe. Würde man beim Verkauf dennoch Überschüsse erwirtschaften, wäre der bis zur Höhe des Zuschusses wieder zurückzuzahlen. „Das hätten wir wissen müssen“, räumt Schaake ein, „Aber das geht natürlich nicht, dass wir das große Geschäft auf Kosten der Steuerzahler machen.“

Klaus-Dieter Henkelmann

Sein Breunaer Kollege Klaus-Dieter Henkelmann (SPD) ergänzt: „Der Zuschuss war ja als Wirtschaftsförderung gedacht. Wir wollen ja dort Gewerbe ansiedeln und damit Arbeitsplätze schaffen.“ Und dadurch zusätzliche Einnahmen generieren: über Grundsteuer, über die Gewerbesteuer und über die Einkommenssteueranteile.

Sechs Unternehmen haben sich bislang angesiedelt, 650 Arbeitsplätze wurden geschaffen. „Da kommt dann ja auch Leute, die vielleicht ein Häuschen in einer Gemeinde kaufen, und das stabilisiert ja auch wieder die Infrastruktur“, sagt Henkelmann.

Was durch die Betriebe bislang in die Kassen von Breuna und Wolfhagen gespült wurde, war nicht zu erfahren. Frank Nagelschmitt, im Wolfhager Rathaus mit dem Thema Wirtschaftsförderung befasst, sagt: „Eine Auskunft hierzu würde das Steuergeheimnis tangieren.“ Er versichert aber, dass „in allen Jahren seit Bestehen des Gewerbegebietes ein Überschuss erwirtschaftet“ worden sei. „Die Überschüsse lagen 2015 bei über 520.000 Euro und 2016 bei über 750.000 Euro insgesamt für beide Kommunen.“

Mit dem alten Preis von 29,50 Euro könne man durchaus gut leben, sagt Wolfhagens Verwaltungschef Schaake. „Wir kommen damit beim Verkauf kostendeckend raus. Und das ist jetzt das Ziel.“

Quelle: HNA

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