Qualitätstest von Fleisch- und Wurstwaren der Fleischer-Innung Schwalm-Eder

Hier ging es um die Wurst

Fleischtest in der Kreishandwerkerschaft: Verbraucher testen die Wurst auf Geruch, Geschmack, Konsistenz und Aussehen. Manch ein Stück Fleisch sieht unappetitlich aus, schmeckt den Testern aber überraschenderweise dann doch. Fotos: Gewert

Schwalm-Eder. Sie schmecken und schlucken, riechen, tasten – Horst Schöneweiß, Georg Hempler und Otto Julke vom Knappenchor Borken sitzen an einem Tisch in der Kreishandwerkerschaft Homberg. Sie sind drei von rund 20 Verbrauchern, die die Qualität von 98 Fleisch- und Wurstwaren testen.

Die Produkte stammen aus 24 Mitgliedsbetrieben der Fleischer-Innung Schwalm-Eder. Unter strengem Blick betrachten Fachprüfer wie Verbraucher das Produkt.

Kriterien für die Wurst

„Das Gesamtbild ist nicht gut. Vom Aussehen her ist sie viel zu fettig und zu blass“, sagt Horst Schöneweiß und reicht die Zungenblutwurst weiter. Als ehemaliger Metzger ist er vom Fach. Geschmack? „Sehr mager, es fehlen Pfeffer und Muskat“, ergänzt Georg Hempler und auch Otto Julke schnuppert kritisch an der Wurst: „Die hat sehr wenig Geruch.“

Sie vergeben Schulnoten nach folgenden Kriterien: Äußere Beschaffenheit, Aussehen, Farbe, Zusammensetzung im Anschnitt, Konsistenz, Geruch und Geschmack.

Zwischendurch gibt es für den ein oder anderen Prüfer Schnaps oder Wasser zum Neutralisieren der Geschmacksnerven.

Zur Kontrolle der Konsistenz nehmen die Tester das Fleisch in die Hand und kneten es durch. Prüfen unter anderem, ob es zu weich, zu trocken oder schmalzig ist. „Das Fleisch fühlt sich gummiartig an“, hält Schöneweiß fest. Ihr Gesamturteil: Befriedigend. „Die Wurst kommt mir sehr alt vor“, sagt er, schneidet mit dem Wurstmesser ein Stück ab und macht eine Kostprobe.

Auch wenn sie sehr kritisch sind, zeigen sich die drei Tester zum größten Teil zufrieden mit den Produkten und vergeben meist die Note Gut.

Die Prüfung der Freiwilligen Selbstkontrolle des Fleischerverbandes Hessen soll Neutralität bewahren. Die Proben werden zusätzlich ins Labor geschickt, wo das Fleisch mikrobiologisch untersucht wird.

„Hintergrund für den Test ist es, den Herstellern eine detaillierte Beschreibung zu geben, mit Hinweisen, wie sich die Betriebe verbessern können“, sagt Fritz Kästel, Obermeister der Fleischerinnung. „Wenn Mängel der Fleischwaren festgestellt werden, kann das auch eine Gefahr für die Verbraucher sein.“

Die drei getesteten Fleischgruppen heißen:

• Brühwurst: Aufschnitt

• Rohwurst: Salami

• Kochwürste: hausgemachte Leber- und Blutwurst

Was für die eine Gruppe an Kriterien typisch und gut ist, gilt nicht für die andere Fleischkategorie. Momentan befindet sich der Qualitätstest noch in der Auswertung. Das Resultat wird laut Kreishandwerkerschaft frühestens in drei Wochen bekannt sein. Die Verleihung der Urkunden für die Betriebe folgt im September.

Von Marie-Therese Gewert

Quelle: HNA

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