Arbeiten dauerten zwei Wochen 

Hier rutscht nichts mehr: Wall schützt Hang an der Lochbachklamm

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Endlich fertig: Der Homberger Bürgermeister Nico Ritz, Florian Koch von Hessen-Forst und Thomas Appelt, der Revierleiter der Försterei Hülsa (unten, von links), freuen sich mit den Mitgliedern des Bergwald-Projektes, die das Konstrukt gebaut haben.  

Wallenstein. Tonnen von Erde und Steinen rutschten hinunter, Äste und Zweige lagen auf dem Weg - Unwetter und Sturzregen haben die Lochbachklamm arg in Mitleidenschaft gezogen. Das soll in Zukunft verhindert werden.

Ein Hang drohte sogar, komplett abzurutschen. "Da mussten wir schleunigst handeln", sagte Florian Koch von Hessen-Forst. Zusammen mit der Stadt Homberg engagierten Hessen-Forst und das Forstamt Neukirchen das Bergwald-Projekt. Der Verein hat mit vielen Helfern einen Wall errichtet, der den Hang stabilisieren soll. Mit Schaufeln und Spitzhacken gruben die freiwilligen Helfer zunächst drei Ebenen in den Hang. Dort setzten sie Baumstämme von Bäumen aus der Umgebung ein, vor allem von Douglasien und Lärchen. Die Stämme legten sie auf Kreuz, wodurch eckige Hohlräume entstanden sind. Diese befüllten sie schließlich mit groben Basaltsteinen.

Pure Handarbeit

„Das war alles echte Handarbeit“, sagt Sebastian Hiekisch. Der 30-Jährige vom Bergwald-Projekt ist einer der Betreuer, der den Bau des Walls seit Beginn vor etwa zwei Wochen leitete. Pro Tag manövrierten fünf bis sieben Freiwillige mit einem handbedienten Greifzug die Baumstämme an die vorgesehenen Stellen, auch die Basaltsteine setzten sie per Hand ein. Die Helfer kamen aus ganz Deutschland, aus Berlin, Göttingen und Brandenburg. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, sagte Hiekisch.

Und gelohnt hat es sich in der Tat: Der Wall, der an ein Blockhaus erinnert, sei in seiner Bauweise in Hessen äußerst selten. „Außerhalb der Alpen ist so ein Bauwerk kaum zu sehen“, erklärte Hiekisch. „Die Lochbachklamm ist um eine Attraktion reicher.“

Gut gefüllt: Der Revierleiter der Försterei Hülsa, Thomas Appelt, zeigt auf die Basaltsteine, die zwischen den Baumstämmen liegen.

Die Kosten für das Projekt teilen sich die Stadt Homberg und Hessen-Forst. Während Hessen-Forst den Preis für das Holz zahlt, übernimmt die Stadt die Kosten der Basaltsteine. Zwar ist noch keine Rechnung geschrieben, aber Hessen-Forst rechnet „mit einer vierstelligen Summe“, so Martin Bartsch-Stucke, Assistent im Forstamt Neukirchen.

Dass sich diese Investitionen gelohnt haben, daran hat Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz keinen Zweifel. „Es ist wichtig, dass der zertifizierte Wanderweg wieder sicher begehbar ist“, sagte er. Die Lochbachklamm, die in zahlreichen renommierten Wanderführen zu finden sei, sei einfach ein „riesiger Besuchermagnet.“

Fleißig bei der Arbeit: Freiwillige Helfer des Bergwald-Projektes tragen die Basaltsteine zum Wall.  

Hintergrund

Die Lochbachklamm ist ein enges Kerbtal, eine tiefe Schlucht, im Knüll. Sie erstreckt sich zwischen den Dörfern Wallenstein im Osten und Hülsa im Südwesten. Westlich liegt der Hirschberg, nördlich der Ebig und südlich der Umberg. Der Lochbach, der durch das Kerbtal fließt, ist ein Zufluss der Efze. Der bekannte Wanderweg der Lochbachklamm führt seit 1987 über 16 Holzbrücken 1,3 Kilometer dicht entlang oder über den Bach, der insgesamt 150 Höhenmeter überwindet.

Quelle: HNA

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