Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks Global Care berichtet über Stand der Projekte

Hilfe aus Fritzlar nach dem Hurrikan auf Haiti

Er steckt trotz seines Unfalls nicht auf: Beate Tohmé (rechts) vom Kinderhilfswerk Global Care hat die Familie von Emile Lucien auf Haiti besucht. Foto: Global Care/nh

Fritzlar. In einem Jahr ist einiges möglich. Da werden Dächer repariert, Strommasten wieder aufgerichtet, und Menschen erhalten eine neue Lebensgrundlage.

Ein Jahr nachdem Hurrikan Matthew, der mit Geschwindigkeiten bis zu 230 Kilometern pro Stunde über Haiti hinweggefegt war, hat sich Beate Tohmé dort umgesehen. Die Geschäftsführerin des Fritzlarer Kinderhilfswerks Global Care wollte wissen, wie die Hilfe der Organisation angekommen ist. „Im Großen und Ganzen ist es aufgeräumt“, lautet ihr Fazit.

Als Erstes ging es für sie nach Les Cayes im Süden. Dort habe Global Care 750 Familien geholfen, neben Nahrungsmitteln auch Saatgut und 150 Ziegen verteilt. Tohmé besuchte die Familie von Emile Lucien. Der Vater verkaufte einst auf dem Markt Fleisch. Auf dem Heimweg hatte er mit seinem Motorrad einen Unfall, verlor sein linkes Bein. „Er lässt es sich trotzdem nicht nehmen, Mais und Bohnen zu sähen“, sagt Tohmé. Die erste Ernte der Familie sei erfolgreich gewesen. Zum Beweis habe Lucien einen Sack Bohnen gezeigt, den er für die Aussaat aufbewahrt hat.

Hilfe gab es auch für eine Grundschule. Das Dach bestand aus Planen. Sie waren undicht, es regnete durch. Jetzt schützt eine Konstruktion aus Holz und Wellblech die Schüler vor Regen. In der Schule gab es ein Wiedersehen mit dem Wasserfilter „Paul“. Den hat das Kinderhilfswerk vergangenes Jahr dort aufgestellt. Für Global Care ist die Hilfsaktion nach dem Hurrikan damit beendet.

Aus dem Süden machte sich Tohmé in den Norden auf. Seit 2013 betreibt Global Care in Pignon das „House of hope“ (Haus der Hoffnung). 47 Kinder zwischen drei und 17 Jahren leben dort. Sie haben bei dem Erdbeben 2010 ihre Eltern verloren oder stammen aus Familien, wo sie nicht aufgefangen werden konnten, wie Tohmé sagt. Ihr sei es wichtig, langfristig zu helfen. Die Patenschaften für ein Kind seien das eine, sie in eine stabile Zukunft zu führen, das andere. Im House of hope lernten sie Grundlagen, etwa im Gemüseanbau oder der Viehzucht. Zwei Frauen und ein Pfarrer mit seiner Familie betreuen die Kinder.

Um sie zu entlasten, sucht Tohmé eine Familie, die die Heimleitung übernimmt, „Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben schon Gespräche geführt.“

Quelle: HNA

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