361 Einsätze und die Konfrontation mit dem Tod

Helfer vor Ort: Hilfe noch vor dem Notarzt

Ottrau/Schwalm-Eder. Verstärkung bekommen hat die bisherige Gruppe der Helfer vor Ort (HvO) im DRK-Ortsverein Ottrau mit Harald Helfenbein, Michaela Knoch, Heidi Wiederhold und Martina Wolafka.

Katrin Berg und Wolfgang Hahn haben die Ausbildung absolviert und hoffen, im Notfall helfen und vielleicht auch Leben retten zu können.

Helfer vor Ort überbrücken die Zeit zwischen einer Notfall-Alarmierung und dem Eintreffen von Rettungswagen und Notarzt. Weil diese im Durchschnitt nach der Alarmierung zehn Minuten später an der Notfallstelle sind, bedeutet dies für den Patienten möglicherweise, dass er bis zu 15 Minuten ohne medizinische Versorgung bleibt. Seine Überlebenschancen sinken aber statistisch um zehn Prozent je Minute, heißt es in einer Pressemitteilung. Genau hier setzt das Konzept Helfer vor Ort des DRK an. Dabei werden ausgebildete Sanitätshelfer zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert. Da die HvOs in der Regel nur wenige Straßen von der Notfallstelle wohnen, können sie das sogenannte "therapiefreie Intervall" gegebenenfalls verkürzen und bereits erste Maßnahmen, wie stabile Seitenlage, Beatmung und Herz-Lungen-Wiederbelebung einleiten. Der Patient erhält also hier über ein zusätzliches Rettungsmittel eine möglicherweise erhöhte Chance, zu überleben. Besonders nachts und am Wochenende werde die bestehende Rettungskette durch den HvO wirksam verstärkt, heißt es dazu.

www.drk-schwalm-eder.de

Das Konzept werde in anderen Bundesländern bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Der DRK Kreisverband Schwalm-Eder hat es im März 2010 im Schwalm-Eder-Kreis installiert. Auch wenn es manchmal nur eine einzige Minute sein mag, die der HvO vor dem Rettungsdienst am Notfallort sein kann. Diese eine Minute kann für den Patienten entscheidende Bedeutung haben. Klar sei aber auch, dass der HvO nicht immer da sein könne. Ehrenamtliche Arbeit habe wegen beruflicher und anderer Verpflichtungen aber auch ihre Grenzen.

Im Jahr 2010 haben nach DRK-Angaben 136 ausgebildete Helfer vor Ort in 82 Orten des Schwalm-Eder-Kreises 361 Einsätze absolviert. Im Jahr 2011 absolvierten 164 HvOs in 102 Orten 706 Einsätze, im Jahr 2012 haben 188 ausgebildete HvOs in 122 Orten 710 Einsätze geleistet. Im Jahr 2011 hatten die HvOler zudem insgesamt 45 Konfrontationen mit dem Tod, heißt es weiter. (jkö)

Quelle: HNA

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