Hilfe für Reiter des Kreisreitervereins der Schwalm umstritten

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Jugendarbeit: Der Kreisreiterverein gibt 131 Kindern und Jugendlichen Unterricht.

Schwalmstadt. Weil die Gemeinnützigkeit des Kreisreitervereins der Schwalm auf dem Spiel steht, unterstützt auch die Stadt Schwalmstadt die geplanten Umbauarbeiten der Anlage. Von den insgesamt 300.000 Euro, die für die Erneuerung der Wirtschaftsgebäude, der Sportanlage und des Springplatzes kalkuliert sind, will die Stadt 20.000 Euro tragen.

Bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gab es aber auch Widerstand gegen den raschen Beschluss.

Wie Bürgermeister Wilhelm Kröll (SPD) den Stadtverordneten vortrug, drohe dem Kreisreiterverein der Entzug der Gemeinnützigkeit, wenn er wegen entsprechender tierschutzrechtlicher Bestimmungen nicht seine zum Teil 40 Jahre alte Anlage auf Vordermann bringe. Tue er dies nicht, sei zudem der Fortbestand des Vereins gefährdet. „Dort wird wichtige Jugendarbeit geleistet“, sagte Kröll.

Von den 388 Mitgliedern des Vereins sind 131 unter 18 Jahren. Aktuell gibt es 90 Reitschüler, die auf sechs Schulpferden unterrichtet werden.

Während die CDU-Fraktion die Förderung befürwortete, regte sich bei Grünen, FDP, Linken und FWG Widerstand. Ihr Wunsch war es, den Beschluss zu vertagen und in den Ausschüssen noch einmal grundsätzlich über die Förderung von Vereinen zu beraten.

Johannes Biskamp von den Grünen sagte: „Ich möchte dem Reitverein die Förderung nicht in Abrede stellen, aber wir sollten uns die Zeit nehmen, vernünftig zu entscheiden.“ Es gehe darum, Verantwortung für den Haushalt zu übernehmen. „Wir müssen uns fragen: Was können wir uns noch leisten?“, sagte Biskamp.

Der städtische Haushalt 2011 war nur mit Auflagen von der Kommunalaufsicht genehmigt worden. Diese sehen vor, dass insbesondere freiwillige Leistungen genau zu prüfen sind.

Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) fragte provokant, wie viele Kinder im Reitverein wohl aus Hartz IV-Familien kämen. Das Geld könne sinnvoller verwendet werden.

Michael Schneider (SPD) zeigte sich verwundert, dass sich einige Stadtverordnete von dem Beschluss unter Druck gesetzt fühlen: „Die Vereinsförderung ist der einzige Bereich, wo wir überhaupt noch freiwillige Leistungen gewähren.“

Um die 300.000 Euro für den Umbau zusammen zu bekommen, will der Kreisreiterverein ein Bankdarlehen von 190 000 Euro aufnehmen. Weitere 20.000 Euro sollen vom Landkreis und 50.000 Euro vom Land kommen. Der Verein will noch einmal 20.000 Euro durch eigene Rücklagen und eigene Arbeit tragen.

Die Stadt zahlt ihren Anteil nur, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist.

Quelle: HNA

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