Altenhilfe Treysa unterstützt Menschen im Alltag – Bundesweit einzigartiges Modell

Hilfe auf vier Rädern

Auf dem Weg zum Arzt: Waltraud Felgenhauer holt Friedrich Helmut Gredé mit einem Auto des Vereins vor der Schwalm-Residenz in Ziegenhain ab. Foto: Vorrath

Treysa. „Seitdem ich kein Auto mehr fahre, bin ich auf die Hilfe angewiesen“, antwortet Friedrich Helmut Gredé auf die Frage, warum er die Altenhilfe Treysa nutzt. Der Rentner wohnt in der Schwalm-Residenz in Ziegenhain. Mit der Altenhilfe fährt er zu Arztterminen und zum Einkaufen. Das Hilfsmodell der Treysaer Altenhilfe ist bundesweit einzigartig.

Morgens um acht beginnt der Telefondienst im Büro der Altenhilfe in der Wagnergasse. „Wir sind bis neun Uhr für Terminabsprachen zu erreichen“, erklärt Waltraud Felgenhauer. Dann sind sie, ihre Kollegin Hella Formoli und ein Bundesfreiwilligendienstleistender, für alte Menschen aus den Gemeinden des Kirchspiels Treysa unterwegs. „Wir begleiten zu Arztbesuchen, helfen beim Einkauf oder kommen zum Reden vorbei“, berichtet die Altenhelferin. Pflege gehört nicht zum Angebot.

Einzigartiges Modell

Gegründet wurde die Altenhilfe im Jahr 1979. Sie ist ein eingetragener Verein. Dieses Modell gibt es in Deutschland nur hier: „Andere Hilfseinrichtung arbeiten nicht auf Vereinsbasis“, erklärt der Vorsitzende Manfred Kornemann. Der Verein hat etwas über 270 Mitglieder. Etwa ein Drittel nimmt die Hilfe aktiv in Anspruch. Die Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren die Arbeit. Die Hilfebedürftige zahlen eine Aufwandsentschädigung.

Waltraud Felgenhauers erster Termin des Tages ist meist eine Fahrt zum Arzt. Friedrich Helmut Gredé hatte einige Tage zuvor ein Termin bei der Altenhilfe gemacht. Am Tag des Arzttermins holt Felgenhauer ihn vor der Schwalm-Residenz ab. Obwohl sich diese in Ziegenhain und nicht in Treysa befindet. „Das ist eine Ausnahme, weil Herr Gredé umgezogen ist“, erklärt Felgenhauer. Die Altenhelferin fährt den Rentner zum Arzt. Sie begleitet ihn bis an die Rezeption, nimmt ihm den Mantel ab und verabschiedet sich.

Felgenhauer fährt weiter zu einem Hausbesuch. Ilse Kristahl freut sich, wenn die Helferin kommt. „Die Altenhilfe ist eine wunderbare Sache“, findet die 83-Jährige. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie allein. Ihre Kinder wohnen weiter weg.

Auf einen Schwatz

„Da ist es toll, wenn jemand beim Einkauf hilft.“ Entweder bereitet Kristahl eine Liste vor, mit der Waltraud Felgenhauer für sie einkauft oder sie kommt mit. Wenn es gerade passt, kommt die Altenhelferin auch ohne Termin für einen Schwatz vorbei.

„Je nachdem in welcher Ecke ich unterwegs bin, besuche ich unsere Mitglieder“, erzählt sie. Nach dem Besuch bei Ilse Kristahl fährt sie zurück zur Arztpraxis. Denn Friedrich Helmut Gredé wird selbstverständlich auch wieder nach Hause gefahren.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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