Soiree in der Hospitalskapelle: Vokalgruppe Pro Musica ging auf musikalische Reise

Mit Hingabe und Genauigkeit

Werke von Haydn, Bach und Scarlatti: Die Vokalgruppe Pro Musica unter der Leitung von Reiner Eder gab am Sonntag ein Konzert in Treysa. Foto: Rose

Treysa. Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist: Mit diesem Zitat von Victor Hugo begrüßte die Vokalgruppe Pro Musica am Sonntagabend die etwa 60 Gäste in der Hospitalskapelle in Treysa.

Der Chor unter der Leitung von Reiner Eder hatte zu einer kleinen musikalischen Soiree eingeladen, einer musikalischen Zeitreise vom Barock bis zur Romantik. Reiner Eder und Thomas Klein waren außerdem als Solisten am Klavier zu hören.

Ein Geheimtipp

Mit Musik des Komponisten Karl Maria von Weber nahmen die Akteure ihr Publikum mit auf Reisen: „Weber ist als Komponist für Klaviermusik ein Geheimtipp, aber sehr hörenswert ist“, erläuterte Eder. Die Empfehlung, das Stück mit Keckheit vorzutragen, setzte Eder mit Bravour um.

Die Vokalgruppe zeigte sich ebenfalls wandelbar: Zwei Madrigale – eines optimistisch, das andere eher emotional und getragen – trugen die Sänger mit Hingabe und Exaktheit vor. Einem Präludium und einer Fuge von Bach hauchte Thomas Klein Leben ein. Am geschlossenen Flügel interpretierte Eder Sonaten von Scarlatti: „Die sind eigentlich für Cembalo geschrieben und deshalb bevorzuge ich den matten Klang des Flügels“, erklärte Eder.

Nachdem die Akteure den Barock hinter sich gelassen hatten, wurde es experimenteller. Mit Silben wie „dubidu“ oder „labida“ arrangierte der Chor die Werke völlig neu, lebhaft und modern. Auf so viel Sprachlosigkeit folgte „Die Beredsamkeit“ von Haydn, dem ein Text des Philosophen Lessing zugrunde liegt: „Freunde, Wasser machen stumm“. Auf den Spuren der Romantik wandelte der Chor schließlich mit einer Volksliedbearbeitung von Max Reger. „Das Stück ist fast überladen mit tollen Harmonien“, versprach Eder. Apart klang „Les fleurs und les sables“, ein Werk der französischen Romantik. Eine Tanzsuite leitete dann über ins 20. Jahrhundert. Mit „Wie im Himmel“ entführte der Chor in die Welt der schwedischen Filmmusik. Witzig und überaus schwungvoll endete die unterhaltsame Soiree mit einem Lied übers Fansein – „Hey für die einen und buh für die anderen“. Die Gäste bedankten sich mit begeistertem und andauernden Applaus.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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