Im Bündnis Wolfhager Bürger kandidiert an der Spitze CDU-Mann Jens Kühle

Im Hintergrund rumort es

Jens Kühle

Wolfhagen. Das neu gegründete Bündnis Wolfhager Bürger bringt Bewegung in die Kommunalpolitik - und sorgt für Irritationen. Ihr Spitzenkandidat Jens Kühle etwa besitzt das Parteibuch der CDU. Der 44-Jährige ist sogar, auch wenn es darüber unterschiedliche Auffassungen gibt, Ortsverbandsvorsitzender der Union in Niederelsungen.

Mit seiner Kandidatur bei den Kommunalwahlen für das BWB am 27. März für die Stadtverordnetenversammlung steht er somit in direkter Konkurrenz mit den Unionskollegen. Eine pikante Situation. Kühle will auch weiterhin CDU-Mitglied bleiben, weil er sich mit den Zielen der Union auf Landes- und Bundesebene identifizieren könne, sagt er im Gespräch mit der HNA.

Er lässt aber deutlich erkennen, dass ihm die Linie der Wolfhager CDU nicht passt. Kühle nennt das Beispiel Windkraft. Während die CDU im Stadtparlament für den geplanten Standort Rödeser Berg votiert, lehnt Kühle ihn ab: „Ich bin ein absoluter Anhänger von regenerativen Energien, aber den Wald abholzen, das lehne ich ab.“ Auch deshalb wäre eine Kandidatur für die CDU Wolfhagen, als Unionsmitglied naheliegend, für ihn nicht in Frage gekommen, sagt Kühle: „Ich bin auch nicht gefragt worden.“

Und er wird deutlicher. Veränderungen seien in Wolfhagen bitter nötig. Mit den aktuellen Vertretern der großen Parteien in der Wolfhager Stadtverordnetenversammlung und dem aktuellen Bürgermeister sei ein Wechsel nicht hinzubekommen, ist sich Kühle sicher. Gewerbegebiete, die defizitäre Haushaltslage, etliches müsste in Angriff genommen werden, so Kühle: „Es wird Schönfärberei betrieben.“

Ausschluss wird geprüft

Der Wolfhager CDU-Chef Horst Förste ist alles andere als angetan vom Ausscheren Kühles. „Er verhält sich parteischädigend“, sagt Förste gegenüber unserer Zeitung und betont, er gehe davon aus, dass Kühle kein Vorsitzender der Niederelsunger CDU mehr ist, weil dieser zurückgetreten sei. Förste: „Nach einem mir vorliegenden Schreiben ist er zurückgetreten.“ Kühle hingegen erklärt das Gegenteil. Tatsächlich habe er hinschmeißen wollen, weil die CDU in Niederelsungen nicht mit einer eigenen Liste für den Ortsbeirat antritt und er zudem für das BWB kandidiere und sich dieses nicht vereinbaren lasse. Doch CDU-Parteifreunde aus Niederelsungen hätten ihn gebeten, als Vorsitzender weiterzumachen.

Das Verhalten Kühles sei sehr bedauerlich und bedenklich, meint Horst Förste. Der CDU-Stadtverband strebe derzeit kein Parteiausschlussverfahren gegen Kühle an, „aber wir lassen das prüfen“.

So sieht es auch der Kreischef der Union, Frank Williges. Er wolle erst einmal mit dem Betroffenen reden. Kühle hat bereits erklärt, im Falle eines Ausschlussverfahrens rechtlich dagegen vorgehen zu wollen. Archivfoto: nh

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Quelle: HNA

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