Musical Stalag IX A als konzertante Version

Historie und Unterhaltung

Treysa. Im April 2012 hatte das Musical Stalag IX A das Publikum in der Treysaer Festhalle begeistert: 2200 Menschen hatten damals die Aufführungen des Laienensembles unter der Leitung von Sören Flimm und Tobias Geißel gesehen. Jetzt erfanden die Macher die Geschichte neu.

Als konzertante Version mit Live-Musik kehrte das Musical am Samstagabend auf die Bühne zurück. Neun Musiker hauchten den eingängigen Titeln Leben ein, perfekt inszeniert und interpretiert vom überaus professionellen Ensemble. Mehr als 400 Menschen waren gekommen – und waren auch diesmal restlos begeistert.

Die szenische Darstellung präsentierte sich deutlich gestrafft. Doch der Spagat zwischen tiefgründiger Geschichte und kurzweiliger Unterhaltung gelang: Tobias Geißel moderierte zwischen den Titeln souverän und locker. Als Erzähler empfahl sich Pfarrer Lejaune – dargestellt von Frank Lang – der es furios vermochte, den Spannungsbogen zu halten. Eine besondere Qualität darf den neun Musikern zugesprochen werden, die achtsam intonierten, in ihrer Zurückhaltung aber doch das perfekte Zusammenspiel transportieren konnten. Licht- und Tontechnik rückten die Akteure zu jeder Zeit ins passende Licht. Neben dem authentischen Bühnenbild waren es aber auch die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen, die restlos überzeugten.

Bilder vom Musical

Stalag-Musical in Treysa

Die ausgefeilten Choreografien mancher Szenen ließen erahnen, welch strapaziöse Proben hinter den Laien lagen. Sören Flimm brillierte in der Rolle des Kriegsgefangenen Pierre, in Ina Yasmin Kraus als Marie fand er eine präsente und dramaturgisch überzeugende Partnerin. Daniel Schneider lehrte den Zuhörern als Major Reisser das Gruseln, Björn Diebel verkörperte Pierres Freund Pascal mit dem nötigen Pathos. Die Rolle der Kindergärtnerin Klara schien Jenny Kohl mit Anmut und Grazie auf den Leib geschneidert gewesen zu sein. Und Danny Ziegert und Johannes Bechtel fühlten sich in die hölzernen Rollen der Soldaten ein. Realisiert worden war der Abend dank örtlicher Sponsoren. Denn die Ensemblemitglieder gehören zum Verein „Musicalfreunde der Schwalm“. Nach mehr als zwei Stunden war der Applaus schier überwältigend, für Sänger und Musiker gab es stehende Ovationen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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