Titel erlischt mit dem Tod – Einstimmiger Parlamentsbeschluss soll Signal sein

Elbenberg: Hitler ist kein Ehrenbürger mehr

Elbenberg. Die Stadt Wolfhagen hat es vorgemacht, Naumburg zieht nun nach: Adolf Hitler, so der einstimmige Beschluss des Stadtparlamentes, wird die – allerdings bereits erloschene – Ehrenbürgerschaft aberkannt.

In der vom Magistrat vorgelegten Beschlussvorlage heißt es: „Die Stadt Naumburg distanziert sich von allen seinerzeitigen Beschlüssen, durch die nationalsozialistische Verbrecher zu Ehrenbürgern der Stadt Naumburg oder der zwischenzeitlich eingegliederten ehemals selbständigen Gemeinden ernannt wurden.“

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Wie Bürgermeister Stefan Hable erläuterte, hatte die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Naumburg am 21. April 1933 einstimmig den Beschluss gefasst, Hitler zum Ehrenbürger zu machen. Das Protokoll dieser Sitzung ist noch vorhanden.

Eine Aberkennung der Ehrenbürgerwürde sei zwar nicht nötig, da sie mit dem Tod der betreffenden Person automatisch erlischt, man wolle allerdings ein Signal setzen, vor allem auch, weil man sich in Naumburg an der Initiative Stolpersteine beteiligen werde, mit dem man an die einst in Naumburg lebenden Juden erinnern wolle, „die durch die nationalsozialistische Herrschaft aus ihrer Heimat vertrieben wurden und ihr Leben verloren haben“.

Klaus Albrecht (Linke) unterstrich, wie wichtig es ist, dass Geschichte aufgearbeitet wird, das zeigten Hakenkreuzschmierereien, die immer wieder zu sehen seien, und auch die NSU-Morde.

Mit der Initiative Stolpersteine habe man Untersuchungen vorgenommen und sei dabei „auf schlimme Dinge gestoßen, die auch in Naumburg passiert sind“, so Albracht. In Naumburg sei es damals „nicht zu Widerstand gekommen“.

Quelle: HNA

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