Ein Leben für den Schlager

Hitparaden-Superfan Raabe aus Christerode gestorben

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Gemeinsam am Bügelbrett: Im August 2005 besuchte Jürgen Drews Gerhard Raabe zuhaus in Christerode.

Christerode. Für die Stars des deutschen Schlagers war die ZDF-Hitparade die Fernsehbühne schlechthin, für Gerhard Raabe war sie sogar ein Lebensinhalt. Als „Hitparaden-Superfan“ wurde der Christeröder überregional bekannt. Nun ist Raabe nach langer Krankheit im Alter von 62 Jahren gestorben.

Lange bevor die Neue Deutsche Welle die Hitparade mit Dieter Thomas Heck zersetzte, bis die Sendung schließlich im Jahr 2000 eingestellt wurde, hatte sich Raabe als Edelfan etabliert. Gleich neben der Treppe im ZDF-Studio an der Berliner Oberlandstraße saß Raabe bei den Fernsehaufzeichnungen immer in der ersten Reihe. Seit 1974 war der Maler und Lackierer dabei, wenn sich die deutschen Stars und Sternchen die Ehre gaben.

Zwei Jahre später, 1976, zog der Christeröder gar für über ein Jahrzehnt nach Berlin, um keine Ausgabe seiner geliebten Hitparade zu verpassen.

Ein Zimmer seines Hauses im Knüll hatte der Super-Fan zum Hitparaden-Museum umgestaltet – mit Erinnerungsfotos mit den Stars, Zeitungsausschnitten und Autogrammen. Von der Decke bis zum Boden waren die Wände damit beklebt.

Ein Höhepunkt war der Besuch von Jürgen Drews. Bei Frikadellen und Speckkuchen fachsimpelten die Beiden über die bunte Schlagerwelt, bevor Drews zur Christeröder Kirmes das Festzelt zum Kochen brachte. Roger Whittaker, Chris Roberts, Ireen Sheer, Raabe kannte sie alle persönlich. „Das waren Stars von einem anderen Kaliber“, sagte der Super-Fan gern.

Die Hitparade bestimmte auch sein Familienleben: Seine Ehefrau Annette lernte er im Fernsehstudio kennen, wo sie neben ihm in der ersten Reihe saß. Und Raabes Sohn bekam die Vornamen Jürgen Marcus, natürlich nach dem gleichnamigen Schlagerstar.

Quelle: HNA

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