"Ich kenne Gott und die Welt"

HNA-Urgestein Reinhard Michl feiert heute 70. Geburtstag

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Immer im Einsatz: Reinhard Michl, hier in der Wolfhager HNA-Redaktion, feiert seinen 70. Geburtstag.

Wolfhagen. Neuen Mitarbeitern in der Wolfhager HNA-Redaktion stellt sich Reinhard Michl gern mit den Worten vor: „Ich bin hier der Haus- und Hofkalfaktor.“

Womit er scherzhaft deutlich machen will, dass er gewissermaßen zum Inventar gehört. Heute wird das Urgestein der Wolfhager Allgemeinen 70 Jahre.

Die Leidenschaft für den Journalismus war dem dienstältesten freien Mitarbeiter der Wolfhager HNA nicht in die Wiege gelegt. Die stand im übrigen in Asch im Sudetenland, von wo Familie Michl Anfang 1946 vertrieben wurde. Eine neue Heimat fand man in Wenigenhasungen. „Ich habe dort eine sagenhafte Jugend erlebt“, schwärmt Reinhard Michl.

Viel Sport getrieben 

Viel Sport hat er dort getrieben, hat geturnt, war Leichtathlet und gekickt hat er auch. Dass er jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen musste, nach Altenhasungen zum Bahnhof marschierte, um von dort mit dem Zug nach Wolfhagen zur Mittelschule zu fahren, trübt die Erinnerung an die frühen Jahre nicht.

Heiligabend 1960 zog Reinhard Michl mit Eltern und seinen fünf Geschwistern ins neue Haus nach Wolfhagen. Dort wurde er Mitglied des FSV, für den er 1967 das Amt des Pressewartes übernahm.

Und damit begann auch Michls journalistische Laufbahn. Er verfasste erste Berichte. Der damalige Wolfhager Redaktionsleiter Günther Franz wurde auf ihn aufmerksam und holte ihn ins Team der freien Mitarbeiter. Die erste Geschichte fürs Lokale: die Einweihung eines Sportplatzes.

Zum Lokalsport kam er erst Jahre später. Und weil er seine Sache gut machte, wählte man Reinhard Michl beim Kreisfußballtag 1978 in Oberelsungen zum Kreispressewart. Das ist er bis heute. Zusätzlich war er auch Pressewart des Sportkreises, den Job hat er vor wenigen Monaten nach 31 Jahren abgegeben.

Presseoffizier 

Der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann brachte seinen Job als Vertreter in der Büro- und Papierbranche und seine journalistische Passion problemlos unter einen Hut. Für die Zeitung schrieb er nach Feierabend. In den 1990er-Jahren wurde der Reservist, der ursprünglich Berufssoldat werden wollte, Presseoffizier beim Heer, absolvierte zwei mehrmonatige Auslandseinsätze in Sarajevo.

Seit Michl in Rente ist, kann er sich noch intensiver dem Schreiben widmen. „Ich bin eigentlich täglich auf Achse, irgendwas liegt immer an“, sagt der 70-Jährige, dessen Kürzel (zih) längst ein Markenzeichen ist. Sein Vorteil: „Ich kenne Gott und die Welt.“ Und das nützt auch der Wolfhager Redaktion, denn: „Ich habe immer was in der Pipeline.“

Trotz oder gerade wegen seines „Turbos“, wie er seinen Herzschrittmacher nennt, den er seit fünf Jahren trägt, fühlt er sich fit und für kommende Aufgaben gerüstet. Und die Redaktion mag nicht auf ihren umtriebigen Freien verzichten, der mit soviel Spaß an der Arbeit und der ihm eigenen Freude am Formulieren über lokale Themen wie die „Rennpferde des kleinen Mannes“ - gemeint sind Brieftauben - schreibt, im Doppelpack einen Blick auf Gegenwart und Historie wirft und dabei feststellt: „Kinder, wie die Zeit vergeht.“ Das mag er auch angesichts seines 70. Geburtstages denken, den er mit seiner Frau, mit der er seit 48 Jahren verheiratet ist, seinen beiden Kindern und den beiden Enkeln am Bodensee verbringt.

Quelle: HNA

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