Hobby-Archäologen wandern zum Hasunger Berg

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Eine sehr alte Scherbe: aus der Zeit der Kelten stammt dieser alter Fund. Es ist ein Lehmstück, das mit Quarz gemagert ist. Damit wird das Material stabiler und temperaturbeständiger.

Zierenberg. Sehr steil geht der Klippenpfad hinauf zum Hasunger Berg. Der Weg ist rutschig. Die Hobbyarchäologen blicken hochkonzentriert auf den lehmigen Boden. Ihr Ziel: Relikte aus dem Mittelalter, vielleicht sogar noch ältere zu finden.

Ausgerüstet mit Wanderstiefeln, Rucksack und einen Plastiksäckchen machen sich die Interessierten aus ganz Hessen auf die Suche nach Keramik- und Tonscherben. Im Rahmen einer ehrenamtlichen Fortbildung unter Leitung von Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel, haben 20 Hobbyarchäologen daran teilgenommen. Viele Stücke wurden gefunden und anschließend bestimmt.

Anfang- und Endpunkt der drei Kilometer langen Strecke ist das Klostermuseum in Burghasungen. Auf dem Weg zum Klippenpfad hat Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel einen interessanten Fund gemacht. „Ich habe den Wallgraben vorgestern durch Zufall entdeckt“, sagt der Archäologe. Dieser stammt aus dem Mittelalter und diente vermutlich zur Sperr-Sicherung des Dorfes.

Aber auch die Teilnehmer hatten ihre ganz eigenen Erfolgserlebnisse auf der Tour durch den Wald, vorbei an der Bergbühne, hinauf zum Hasunger Berg. „Der Blick muss geschärft werden, damit man die Scherben finden und bestimmen kann“, sagt Hobbyarchäologin Claudia Schwarz aus Frankfurt am Main. „Besonders schwierig ist es, die Koordinaten der Fundstellen in die Karte einzutragen.“ Auch dies wurde an diesem Tag unter Leitung von Dr. Klaus Sippel geübt.

Klaus Fröhlich ist seit fast 40 Jahren Hobbyarchäologe und weiß, wie man eine alte Scherbe von einer neuzeitlichen unterscheidet. „Die alten Scherben sind weich und die Kanten abgerundet.“ Keramik-reste mit einer Glasur gibt es erst seit dem 16. Jahrhundert. Besonders gut lassen sich Randscherben datieren.

Der Klippenpfad rauf zum Hasunger Berg zieht sich in die Länge. Denn an jeder Ecke sind alte Ton- und Keramikscherben zu finden. „Man muss sich eine Fundstelle öfters anschauen“, sagt Dr. Klaus Sippel. „Man findet jedes Mal was Neues“. Die Fundstellen werden dabei immer größer und die Befunde immer weitläufiger.

Am Ende hatte jeder der 20 Teilnehmer ein Plastiksäckchen voller archäologischer Fundstücke. „Ich hoffe, dass wir ein paar prähistorische Relikte dabei haben“, sagt Archäologe Dr. Klaus Sippel. Weitere Informationen gibt es unter www.aghessen.de. (pju)

Quelle: HNA

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