Grupo Arrabal führte im Scala-Varieté durch die leidenschaftliche Welt des Tangos

Hochgenuss für die Sinne

Am Bandoneon: Helena Ruegg spielte das Instrument.

Fritzlar. Es knisterte vor Erotik auf der Bühne im Scala-Varieté in Fritzlar, wenn sich Natalia Beráscola, Gabriel Sala und Jürgen Schmidt in die Arme nahmen und aneinander schmiegten. Ein seltsam entrückter Ausdruck lag auf ihren Gesichtern. Die melancholischen und expressiven Melodien des Orchesters, schienen die Tanzpaare zu inspirieren.

Mit raumgreifenden Schritten glitten sie über den Boden. Ab und an verzögerten sie, hielten inne und setzten ihren Tanz fort. Faszinierend ihre Bewegungen, die von sinnlich und fließend zu leidenschaftlich und temperamentvoll wechselten – ein lustvolles Spiel zwischen Mann und Frau. Grupo Arrabal, ein Instrumental- und Tanzensemble aus Wiesbaden, nahm das Publikum mit in die Welt des Tangos. Dazu blätterte Harald Schröpfer im Geschichtsbuch und ließ die Ursprünge des Tanzes lebendig werden.

Die Zuhörer erfuhren, wie sich in den Arrabales, der Vorstädte von Buenos Aires und Montevideo, erst die Milonga und später der Tango geformt haben, beeinflusst von den Kulturen und Musikstilen der Einwanderer. Trios mit Flöte, Violine und Gitarre spielten zunächst die Musik. Später kam das Bandoneon dazu, eine deutsche Erfindung. In anzüglichen Tänzen drückten die Menschen ihr Lebensgefühl, ihre Not und Einsamkeit, ihre Sehnsucht nach Nähe, aber auch Leidenschaft und Begierde aus.

Schröpfer berichtete, wie der Komponist Astor Piazzolla die Musik zum Tango Nuevo fortentwickelte. Grupo Arrabal das sind: Helena Ruegg, Bandoneon, Anna Tarnawska, Violine, Thomas Richter, Flöte, Karin Scholz, Gitarre und Thomas Falke, Kontrabass. Die Tänzer Gabriel Sala, Natalia Beráscola und Jürgen Schmidt gehören dazu. Gemeinsam verknüpften sie die Geschichten des Moderators in mitreißenden Klängen und leidenschaftlichen Tänzen. Ihre kunstvolle, feinfühlige Musik und die raffinierten, erregenden Tänze machten die Vielfalt des Tangos deutlich. Ein Hochgenuss für die Sinne.  

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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