Hochsommer im Wolfhager Land: Hitze macht Mensch und Tier zu schaffen

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Hauptsache viel Flüssigkeit: Landwirtin Petra Herbold gibt ihren drei Wochen alten Bullen Wasser. Auch ihre Milchkühe reagieren auf die Hitze und geben an heißen Tagen bis zu drei Liter weniger Milch, sagt sie.

Wolfhager Land. Der Sommer ist im Wolfhager Land angekommen. 30 Grad Celsius und mehr machen Menschen und Tieren zu schaffen. „Wir können dagegen nicht viel tun", sagt Landwirtin Petra Herbold aus Wolfhagen. „Wir öffnen im Stall alle Luken, damit die Rinder ordentlich Luft bekommen."

Die Tiere, die gerade draußen sind, würden sich sofort ein schattiges Plätzchen suchen. Es sei an derartig heißen Tagen merkbar, dass die Rinder deutlich mehr trinken. Milchkühe reagieren auf die Hitze mit etwa ein bis drei Liter weniger Milch, sagt sie. Normal seien etwa dreißig Liter Milch am Tag.

500 Liter für 250 Hühner

Uwe Kesler macht das Wetter weniger zu schaffen. Der Landwirt im Nebenerwerb muss nur darauf achten, dass seine 250 Hühner genug Wasser haben. „In einer Woche können das etwa 500 Liter sein“, erklärt er. Für seine Freilandhühner hat er Tarnnetze und einen mobilen Stall, in dem die Hühner Schatten haben.

Arbeiten in der Hitze: Von links Holger Lauhof, Adam Mogilski, Holger Arbter von der Firma Klaus Schmand.

Holger Lauhof von der Landschaftsbaufirma Klaus Schmand arbeitet in Istha den ganzen Tag lang im Freien. Er trinkt bei der Arbeit nicht nur fünf Liter Wasser, sondern schmiert sich etwa dreimal am Tag mit Sonnencreme ein. Obwohl das alle seine Kollegen tun, kommt es immer wieder vor, dass jemand nach Hause gefahren werden muss, „weil man die Sonneneinstrahlung letztlich doch unterschätzt“, sagt er. „Wir kennen uns hier aber schon so lange, dass man sieht, wem es nicht gut geht.“ Der freie Oberkörper von Bauarbeitern habe durchaus praktische Gründe: „Wir müssen hier körperlich arbeiten. Und wenn wir uns warm anziehen, fällt unsere Leistung bei dem Wetter rapide ab“.

Hitzefrei gibt es in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Früher fiel der Unterricht aus, wenn vormittags eine Temperatur von 25 Grad im Schatten gemessen wurde. Heutzutage liege das im Ermessen der Schulleitung, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises.

An Tagen, an denen der Unterricht durch Hitze „erheblich beeinträchtigt wird“, muss erst geprüft werden, ob der Unterricht in einen kälteren Raum verlegt werden kann. Auch können Lehrer Hausaufgaben ausfallen lassen. Ob der Unterricht dann ausfällt, muss mit benachbarten Schulen abgesprochen werden, so Kühlnborn.

Von Jürgen von Polier

Quelle: HNA

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