Hochwald verkauft Molkerei in Neukirchen - Personal betroffen

Neukirchen. Lange gab es Gerüchte, jetzt ist es raus: Die Hochwald Nahrungsmittel-Werke aus Thalfang trennen sich zum 1. Januar 2011 vom Standort Neukirchen, wo Käse produziert wird.

Neuer Eigentümer der Molkerei und der Kochkäsemarke „Kleiner Strolch“ wird die Upländer Bauernmolkerei. Ungefähr 30 der derzeit noch gut 50 Beschäftigten sollen übernommen werden, teilten Hochwald und Upländer mit. Den übrigen Mitarbeitern wolle Hochwald „nach Möglichkeit“ eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten der Unternehmensgruppe anbieten. Hochwald begründet seinen Schritt damit, sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Die Produktion von Spezialitäten wie etwa Kochkäse solle eingestellt werden.

Die Biomolkerei Upländer plane die konventionelle Produktion mit dem bisherigen Kundenstamm fortzusetzen, sagte deren Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink. Allerdings solle auch eine Bio-Linie aufgebaut werden. Weitere Details zur Entwicklung der Neukirchener Molkerei würden erst bekannt gegeben, wenn die Mitarbeiter informiert seien.

Im Neukirchener Rathaus wurde die Nachricht von der Übernahme mit Erleichterung aufgenommen. „Nachdem es lange Zeit Gerüchte und auch Ängste gab, dass der Standort gänzlich geschlossen würde, bin ich froh, dass es weitergeht. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Bürgermeister Klemens Olbrich (CDU). Nach seiner Information sollen einige Mitarbeiter am Hochwald-Standort Hünfeld weiterarbeiten Für die Neukirchener Molkerei, die letzte im Landkreis, ist der mit der Übernahme verbundene Arbeitsplatzabbau ein Schritt von vielen. Vor einigen Jahren seien dort noch etwa 90 Mitarbeiter tätig gewesen, heißt es aus dem Rathaus.

Für die Landwirte aus der Region, die derzeit Hochwald beliefern, habe der Verkauf voraussichtlich keine negativen Folgen, sagte Rüdiger Nagel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ziegenhain. Ihre Milch würde ab Januar eben bis Hünfeld transportiert. Möglicherweise würden aber einzelne Milchbauern durch das Engagement der Upländer Bio-Molkerei darüber nachdenken, ob sie ihren Betrieb auf Bio umstellen.

Quelle: HNA

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