In der Breunaer Kirche hat sich über 40 Jahre nichts getan, aber jetzt wird geplant

Höchste Zeit für Sanierung der Kirche

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Drangvolle Enge: Die Kanzel der Breunaer Kirche soll an ihren ursprünglichen Standort auf der Südseite zurückverlegt und die sogenannte Chorstufe zur Vergrößerung des Altarraums verlängert werden.

Breuna. Die Decke droht nicht einzustürzen, auch keine Wand oder die Orgelempore. Die Kirche in Breuna könnte mehr als 40 Jahre nach der letzten Innenrenovierung den Einsatz von Handwerkern dennoch gut gebrauchen.

„Es muss mal was gemacht werden …“, meint der Kirchenvorstand und hat unter genau diesem Motto eine Informationskampagne gestartet. Vorausgegangen war die Auflistung von Schäden und Mängeln im Kircheninneren. Bei einer Gemeindeversammlung hat sich eine Mehrheit für eine Innenrenovierung ausgesprochen. Außerdem gründete sich der Förderkreis Kirche Breuna.

Noch befindet sich das Großprojekt in der Planungsphase. Aber die Zeit drängt, wenn die Kirchengemeinde sich eine weitreichende finanzielle Unterstützung nicht entgehen lassen will.

460.000 Euro Kosten

Aus Mitteln der sogenannten Baulastablösung könnten 35 Prozent der mit knapp 460 000 Euro veranschlagten Ausgaben finanziert werden, aber nur bei einer Antragstellung und einem Renovierungsbeginn bis zum Jahr 2013.

Der Renovierungsstau zeigt sich an vielen Stellen. Dringend notwendig erscheint ein neuer Anstrich der Wand- und Gewölbeflächen. Reparaturbedürftig ist die Empore. Bei Betreten des Holzbodens knarzt es unüberhörbar. Und wer im Gottesdienst unter der Empore Platz genommen hat, erlebt hier mitunter ein leichtes Rieseln von Lehmstaub, wenn sich oben Personen bewegen. Erneuerungsarbeiten erfordert auch die Technik. Die Heizungsrohre in der Kirche stammen aus den 1930er-Jahren, die Heizkörper aus den 1960ern. Obendrein entspricht die Elektroinstallation nicht mehr den heutigen Bestimmungen.

Aufsteigende Feuchtigkeit: Putz und Farbe bröckeln in der Breunaer Kirche, im Vordergrund der Rand des historischen Taufsteins.

Im Laufe von Jahrzehnten hat sich die Nutzung der Kirche verändert. Massive Platzprobleme herrschen sowohl im Eingangsbereich als auch im Chorraum. Ein zeitgemäßer Eingangsbereich mit Vorraum soll geschaffen werden und damit mehr Platz für Gesangbücher, Kondolenzständer und Infotafel, für Kinderwagen und Rollatoren.

Im Altarraum erschwert heute drangvolle Enge Abendmahlsfeiern, Taufen, Konzerte, Krippenspiel und generell die Mitwirkung größerer Gruppen im Gottesdienst. Die sogenannte Altarstufe soll deshalb ausgedehnt werden. Dafür müssten zwar Kirchenbänke weichen, aber auch der anlässlich der 750-Jahr-Feier nur provisorisch aufgestellte historische Taufstein könnte besser genutzt und zur Geltung gebracht werden. Beabsichtigt ist zudem die Verlegung der Kanzel auf die gegenüberliegende Seite.

Dafür, dass einige Gemeindemitglieder sich um das künftige Erscheinungsbild ihrer Kirche sorgen, haben Pfarrer Wischnath und die Sprecherin des Förderkreises, Ronja Reinhard, Verständnis. Beide weisen aber darauf hin, dass mit der Kanzelversetzung letztlich der ursprüngliche Zustand aus der Zeit bis 1855 wiederhergestellt werde.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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