Hölzerne Kunstwerke aus der Garage

Holz ist seine Nummer 1: Wilfried Brandt in seiner Werkstatt-Garage neben einer Weihnachtskrippe. Jedes einzelne Detail bearbeitet der 63-Jährige per Hand. Foto:  Ulbrich

In unserer Adventsserie widmen wir uns täglich einem Stichwort aus der Weihnachtsgeschichte. Heute steht die Krippe im Mittelpunkt. In einer solchen soll das Jesuskind einst gelegen haben. Die Krippe ist ein Symbol für die Darstellung der Geburt Jesu. Solche Krippen baut Wilfried Brandt aus Balhorn.

Von Nicolai Ulbrich

Balhorn. Späne auf der Erde, ein Duft von Holz in der Luft. Der Mann mit dem gräulichen Haaren nimmt Maß und lässt aus einem kleinen Stück Holz mithilfe seiner Blattsäge eine menschliche Figur entstehen.

Es ist Maria. Dann folgen die Tiere - Schafe, Ziegen, Kamele, die sich im Haus mit der offenen Front verteilen. Allmählich entsteht ein bekanntes Bild nur aus Holz - eine Weihnachtskrippe. Seit einigen Jahren baut Wilfried Brandt aus Balhorn traditionelle Krippen aus Holz. Damit beschritt der Kfz-Meister Neuland, arbeitete er doch vorher Jahrzehnte in der Automobilbranche, dort vorwiegend in der Instandsetzung von schwer beschädigten Unfallautos. Während dabei meist schweres Gerät den Alltag bestimmte, ist der 63-jährige Rentner nun mit feinem Werkzeug dabei, das gesamte Gerüst und Zubehör einer Weihnachtskrippe mit viel Fingerspitzengefühl zu fertigen.

Apropos Fertigkeiten: Die filigranen Handgriffe, die man beim Krippenbau benötigt, brachte sich Brandt selber bei. „Man muss es in den Fingern haben“, sagt er und reibt dabei mit einem Lächeln die Fingerkuppen übereinander.

Garage und Werkstatt

Dass ihm die Herstellung der Krippen Spaß macht, nimmt man dem Balhorner spätestens ab, als er seine Werkstatt präsentiert. Die ehemalige Garage mutet eher wie das kleine Lager einer Zimmerei an, Holz so weit das Auge reicht und diverse Maschinen. „Ich nehme nur massives Holz, was Vernünftiges“, sagt er.

Die Krippen sind aufgrund des Materials und der Verarbeitung laut Brandt so stabil, dass da „Kinder drauf rumhüpfen können.“ Vor über 20 Jahren fing er an in der Garage zu basteln. Inzwischen stellt er neben Krippen unter anderem auch noch Nistkästen und Fußbänke her, überwiegend auf Bestellung und nach Wünschen der Kunden.

So wird jede der Krippen zu einem Unikat. Wie viele der handgefertigten kleinen Holzkunstwerke Brandt bisher hergestellt hat, weiß er nicht, „vielleicht so an die zehn Stück pro Jahr.“

Anfangs gingen seine Holzbauwerke noch an Nachbarn, nun stellt er auch auf Weihnachtsmärkten in und außerhalb der Region aus. Dort schaut er auch immer, wie die aktuellen Trends sind und „was die Konkurrenz macht“. Druck macht sich der Rentner aber dabei nicht, der wirtschaftliche Gedanke beim Verkaufen spielt so gut wie keine Rolle.

Es macht ihm sogar so viel Spaß, dass er sofern die Gesundheit mitspiele, „auch in zehn Jahren noch Krippen bastelt.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare