Radfahrer aus Röhrenfurth hoffen auf Unterstützung der Politik

Röhrenfurther Initiative will eine Fahrradstraße

Robert Weck, Klaus-Peter Emrich, Heide Emrich, Christiane Köhler, Erich Jungermann, Bernd Köhler und Heinz Sohl stehen an der Kreisstraße zwischen Röhrenfurth und Obermelsungen.
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Robert Weck, Klaus-Peter Emrich, Heide Emrich, Christiane Köhler, Erich Jungermann, Bernd Köhler und Heinz Sohl setzen sich für eine Fahrradstraße zwischen Röhrenfurth und Schwarzenberg ein.

Sie haben ihr Ziel noch nicht aufgegeben: Eine Gruppe von Röhrenfurthern kämpft weiter für eine Fahrradstraße zwischen ihrem Dorf und dem 1,1 Kilometer entfernten Schwarzenberg.

Melsungen - Ihre Hoffnung lag auf der Kommunalwahl, die für neues Personal in der Stadtverordnetenversammlung gesorgt hat. Die Befürworter der Fahrradstraße hatten sich so mehr Unterstützung für ihr Projekt erhofft.

„Wir wünschen uns ein Pilotprojekt für ein Jahr“, sagt Heinz Sohl. Eine Fahrradstraße würde bedeuten, dass Autos und Radfahrer gleichberechtigt sind. Außerdem gelte durchgehend maximal Tempo 30 für alle Verkehrsteilnehmer. Radfahrer dürfen weder gefährdet, noch behindert werden; sie dürfen nebeneinander fahren.

Das erhöhe die Sicherheit für die Radler, hofft Heide Emrich. Die Röhrenfurtherin fährt oft mit einem unguten Gefühl zwischen Röhrenfurth und Schwarzenberg, erst recht wenn von vorne ein Auto kommt und ein Auto von hinten überholen will.

Tempomessungen hatten ergeben, dass manche Autos die Kreisstraße mit 100 Stundenkilometern und mehr befahren. Deshalb wurde bereits das Tempo auf 70 km/h und auf einer Strecke von 500 Metern auf 50 km/h reduziert.

Sohl hofft mit seinen Mitstreitern auf ein offenes Gespräch mit Bürgermeister Markus Boucsein und dem Ordnungsamt. Da die Straße den Rang einer Kreisstraße hat, müsste der Landkreis mit an den Tisch.

„Derzeit gibt es keine Möglichkeit, eine Fahrradstraße einzurichten oder darauf hinzuwirken“, sagt Bürgermeister Markus Boucsein auf HNA-Anfrage, „es steht nicht zur Diskussion, die Straße zwischen Röhrenfurth und Schwarzenberg zurückzustufen.“ Also von einer Kreisstraße in eine kommunale Straße umzuwandeln. Dafür wäre ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nötig, sagt er.

Das Melsunger Parlament hatte im Februar den Magistrat beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für den kommunalen Radverkehr in Melsungen erstellen zu lassen.

Vor der Wahl seien alle Parteien in Melsungen angeschrieben worden – nach Auskunft von Sohl haben nur die Grünen und die FWG eine Rückmeldung gegeben und mitgeteilt, wie sie zu einer Fahrradstraße stehen. SPD, FDP und CDU hätten nicht geantwortet.

Das Parlament ist ein entscheidender Faktor: Würde der Landkreis die Straße an die Stadt abtreten, müsste das Parlament darüber entscheiden. Denn bei einem Abtreten müsste Melsungen auch die Unterhaltungsarbeiten und -kosten übernehmen für die 1,1 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen beiden Stadtteilen. (Claudia Feser)

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