Vorwurf an Politiker: Hohe Baupreise zerstören Traum vom Haus

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Traum ist wohl geplatzt: Zanina Antunovic mit ihrem anderthalbjährigen Sohn auf dem Bauplatz, auf dem eigentlich künftig das Haus der Familie stehen sollte. Aufgrund der städtischen Erhöhung für die Bauplätze wird die Familie wohl nicht bauen können.

Zierenberg. Als Zanina Antunovic auf ihren noch reservierten Bauplatz Vor der Warthe schaut, stehen ihr die Tränen in den Augen. „Für uns ist ein Traum geplatzt. Wir müssen uns von einem eigenen Haus verabschieden."

Die 33-jährige Oberelsungerin hatte am Montagabend als Zuschauerin die Sitzung des Parlaments in Oberelsungen verfolgt. Als die mehrheitliche Entscheidung fiel, den Quadratmeterpreis für das neue Baugebiet von den bisher geplanten 85 Euro auf satte zehn Euro mehr zu erhöhen, stand ihr das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Zum Ende der Sitzung brach es dann aus ihr heraus. Lautstark machte sie in der Mehrzweckhalle ihrem Frust über den unerwartet hohen Grundstückspreis Luft.

Vor drei Jahren hat sich die Fertigungsplanerin bei VW auf die Warteliste für städtischen Baugrund setzen lassen. „Wir möchten wieder zurück nach Zierenberg, weil dort für uns die Infrastruktur stimmt.“

Dort sollte ihr einjähriger Sohn bald den Kindergarten besuchen. Die Familie, die derzeit zwei Autos braucht, wollte sich in der Stadt von einem verabschieden. „In Zierenberg kann man alles zu Fuß oder per Fahrrad erledigen. Das finden wir umweltbewusster.“ Obwohl Antunovic in Teilzeit arbeitet und ihr Mann einen Vollzeitjob hat, war das Haus samt Grundstück knapp kalkuliert. „Noch dazu wollten wir den Preis mit hohen Eigenleistungen senken.“

Vor drei Jahren habe man ihr gesagt, dass der Preis wohl zwischen 55 und 65 Euro liegen würde. „Ich habe halbjährlich nachgefragt“, sagt sie. Zuletzt hieß es, unter 85 Euro sei ein Grundstück nicht zu haben. Das hätte man vielleicht noch zähneknirschend hingenommen. Mit 95 Euro wäre es aber endgültig vorbei. „Dann müsste ich Vollzeit arbeiten. Wie soll das mit Kindern gehen?“ Die Banken seien heute zudem oberkritisch.

„Wer bekommt für diese Summen noch Kredite?“ Sie ist enttäuscht darüber, dass einige Parlamentarier die Situation von Familien nicht auf dem Schirm hätten. „Viele von denen haben sicher schon ein Haus.“

Quelle: HNA

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