Breuna befürchtet starke Verkehrszunahme

Ansiedelung von VW-Logistikhalle in Volkmarsen: Hohe Belastung für Bürger?

Breuna/Volkmarsen. In der Stadt Volkmarsen könnte eine etwa 52.000 Quadratmeter große Logistikhalle im Bereich des Industriegebietes Kleine Hagelbreite entstehen. Für das Gebiet gibt es eine Anfrage eines für das Kasseler Volkswagenwerk tätigen Logistikunternehmers aus dem Landkreis Kassel.

In den nächsten Wochen soll sich laut Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel entscheiden, ob die Logistikhalle in Volkmarsen oder in Borken gebaut wird. Wichtig für den Investor sei ein Gewerbestandort mit Gleisanschluss, und über diesen verfügt die Stadt Volkmarsen.

Während Volkmarsens Rathauschef einer bevorstehenden Logistik-Ansiedelung positiv gegenübersteht, sieht sein Breunaer Amtskollege Klaus-Dieter Henkelmann den Planungen düster entgegen. Denn nach Informationen der HNA wäre an dem Logistikstandort mit etwa 280 Lkw-Bewegungen pro Tag (Montag bis Freitag) zu rechnen – und das rund um die Uhr.

Da die Route von Volkmarsen hin zum Baunataler Volkswagenwerk über Breuna zur A 44 wohl die effektivste sei, würden die Lastwagen auf ihrem Weg dorthin durch Breuna rollen – über die Volkmarser und die Wolfhager Straße, gibt Henkelmann zu bedenken. Die Gemeinde wäre durch den zusätzlichen Verkehr entsprechend stark belastet. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel konnte dazu noch keine Angaben machen, da aktuelle Zahlen erst im Herbst dieses Jahres freigegeben werden.

„Wir überlegen derzeit, was wir dagegen unternehmen können“, sagt Klaus-Dieter Henkelmann. Eine derartige Belastung sei der Bevölkerung in Breuna nicht zuzumuten, meint der Bürgermeister, der sich wegen dieser Angelegenheit bereits juristisch beraten lassen hat. Eine Bürgerversammlung zu diesem Thema soll in nächster Zeit stattfinden.

Warum das Volkswagenwerk die Halle nicht gleich auf dem eigenen Gelände ansiedelt, ist dem Verwaltungschef schleierhaft. Rudi Stassek, Pressesprecher des Baunataler VW-Werks: „Wir haben keinen Platz mehr.“ Derzeit werde auf dem Gelände das OTC 4 ausgebaut. Der Sprecher kann die Zahlen der Lkw-Bewegungen nicht bestätigen: „Das ist viel zu hoch.“ Er geht von einem Dutzend pro Tag aus, zumindest am Anfang. Und: „Höchstwahrscheinlich wird die Route nach Baunatal über die Abfahrt Warburg führen“, sagt er. „Wir haben das Bestreben, die Bevölkerung möglichst wenig mit Verkehr zu belasten“, sagt der VW-Sprecher.

Henkelmann hingegen hält diese Variante jedoch für nicht realistisch: „Das ist doch viel weiter.“ Zudem sei die Maut bei dieser Strecke höher.

Quelle: HNA

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