Im Landkreis Kassel wurden 51 Fälle bei der Polizei angezeigt

Hohe Dunkelziffer bei Handy-Mobbing

Wolfhager Land. Gewaltszenen, Pornos, Beleidigungen und sexuelle Anmache per Handy oder Internet: Im Landkreis Kassel wurden in diesem Jahr bisher 51 Delikte bei der Polizei angezeigt. Im Altkreis Wolfhagen waren es 15.

Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs. „Die Dunkelziffer ist sehr hoch“, sagt Torsten Werner, Pressesprecher der Polizei.

Der Grund: Opfer schämen sich, Opfer zu sein, erzählen mitunter nicht einmal den Eltern von solchen Erlebnissen. Polizei-Jugendkoordinator Michael Grieneisen: „Schüler wissen gar nicht, was strafbar ist. Aber wir wollen Kinder nicht kriminalisieren. Wichtig ist ihnen begreiflich zu machen, wie sich das Opfer fühlt.“

Etwa in diesem Fall: Auf einer Klassenfahrt wird ein Mädchen über 45 Minuten lang misshandelt. Das wird gefilmt und wandert dann von Handy zu Handy weiter. Im Altkreis Wolfhagen erhält eine 17-jährige Schülerin von ihrer ein Jahr jüngeren Mitschülerin mehrere SMS, in denen sie beschimpft und mit dem Leben bedroht wird. Hintergrund ist Eifersucht. Die beiden Mädchen waren Freundinnen, bis sich die 16-Jährige in den Freund der 17-Jährigen verliebte. Das Fatale: Wer in der Opferrolle erst einmal drin ist, kommt kaum raus. Grieneisen: „Es sind meist die Schwächeren.“

Das sind oft Kinder, und sie sind auch die Opfer im Internet. Auf Plattformen wie Schüler VZ tummeln sich aber nicht nur Schüler. Erwachsene versuchen, Beziehungen zu Kindern aufzubauen - mit eindeutigem Ziel. 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben im Internet schon sexuelle Anmache erlebt. Dabei gehen die meist pädophilen Täter gezielt ins Netz, gehen auf Hobbys und Sorgen ein und bezeichnen sich als Freund.

Das kann dann in der Aufforderung zu einen Treffen enden. Im Landkreis gab es einen derartigen Fall allerdings noch nicht. ZUM TAGE

Von Bea Ricken und Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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