Kreissparkasse Schwalm-Eder: 16 Euro für Bareinzahlung von Fremdkunden

War erschrocken: Ernst Petermann aus Schwalmstadt musste 16 Euro Gebühren für eine Bareinzahlung bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder bezahlen. Foto: Ludwig

Drei Minuten am Schalter der Kreissparkasse Schwalm-Eder kosteten einen Schwalmstädter 16 Euro. Er hatte 856 Euro in bar eingezahlt. Weil er kein Kunde der Bank ist, musste er für die Dienstleistung Bankgebühr berappen.

Schwalmstadt. Drei Minuten am Schalter der Kreissparkasse Schwalm-Eder kosteten Ernst Petermann 16 Euro. Der Schwalmstädter zahlte in der Ziegenhainer Filiale 856 Euro in bar auf ein Konto bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder ein. Weil das Geld noch am selben Tag gutgeschrieben werden sollte, konnte er es nicht von seinem Konto überweisen. Weil er kein Kunde der Bank ist, musste er für die Dienstleistung 16 Euro Bankgebühr berappen. Andere Kreditinstitute in der Region berechnen für den gleichen Vorgang maximal fünf Euro.

„Für das Geld müssen andere Menschen zwei Stunden hart arbeiten. In altem Geld sind das 32 Mark“, sagt Petermann. Dass die Bareinzahlung nicht kostenlos ist, kann er verstehen. „Ich bin kein Kunde der Kreissparkasse, deshalb hätte ich zu sechs, sieben oder gar acht Euro Gebühr nichts gesagt.“ Überhaupt gehe es ihm nicht um das Geld - auf das er nicht angewiesen sei -, sondern ums Prinzip. Die Gebühr sei unverhältnismäßig.

„Geld zählen und buchen“

Auf Nachfrage bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder bestätigt Pressesprecher Markus Breitschwerdt, dass dies die übliche Gebühr für die Bearbeitung einer Bareinzahlung von Fremdkunden sei. Breitschwerdt begründet die Gebühr mit dem Arbeitsaufwand. Dieser entstehe etwa durch das Zählen des Geldes und die Überprüfung der Identität des Einzahlers. Zudem bestünden Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten. „Wir wollen diese Leistungen nicht von unseren Kunden quersubventionieren lassen. Erster Adressat sind die Kunden - für die halten wir unsere Gebühren niedrig, und für diese sollen unsere Berater in erster Linie zur Verfügung stehen“, sagt Breitschwerdt.

Petermann kann diese Erklärung nicht nachvollziehen. „So wirbt man keine Neukunden. Ich bin dort nicht mit 10 000 Euro aufgelaufen. Niemand musste lange zählen.“

Zudem sei das Geld bei der Bank geblieben und habe nicht an eine andere Bank weitergeleitet werden müssen. Der Schwalmstädter kann nicht erkennen, welche Gegenleistung die 16 Euro rechtfertigt. „Das hat vielleicht drei Minuten gedauert.“

Petermann hat aus der Geschichte gelernt: Er will sich im Vorfeld über die Gebühren der Banken informieren.

Diese Gebühren zahlen Fremdkunden für eine Bareinzahlung auf ein Konto der folgenden Kreditinstitute:

• Postbank: fünf Euro (bis zu einem Einzahlungsbetrag von 5000 Euro)

• Deutsche Bank: fünf Euro (unabhängig vom Einzahlungsbetrag)

• Commerzbank: mindestens fünf Euro und maximal 0,1 Prozent des Einzahlungsbetrags

• VR-Bank Hessenland:

zwei Euro

• Stadtsparkasse Schwalmstadt: fünf Euro

Quelle: HNA

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