Bauern beklagen hohe Verluste beim Raps

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Gelb dominiert: Der Raps hat stark unter den Folgen des Winterfrosts sowie unter Grauschimmel gelitten.

Wolfhager Land. Der Kreisbauernverband befürchtet erhebliche Einbußen bei der Rapsernte: Die Pflanzen haben durch den starken Winterfrost gelitten und sind dadurch anfälliger für den Grauschimmel geworden. Der Pilz hat einige Bestände von Landwirten im Kreis angegriffen.

Wie hoch die Einbußen sein werden, ist laut Johannes Gerhold vom Kreisbauernverband noch nicht abzusehen. „Wir haben mit dem Pilz zu wenig Erfahrungswerte, weil er noch nie ein Problem war. Die Widerstandskraft gegen pflanzliche Erreger sei schwach gewesen, und durch den Frost wurden die Rapspflanzen stark geschädigt, sagt Gerhold.

„Im Moment blüht der Raps noch gelb. Aber es gibt weniger Bestände, als in den Jahren zuvor. Wir erwarten keine Spitzenerträge. Die Schädigung des Raps in der Fläche kann man noch nicht absehen.“

Der Schimmelpilz, wenn er so massiv wie zurzeit auftritt, hat zur Folge, dass die Haupttriebe der Pflanzen faulen und abknicken. Die Frostschäden dienen den Pilzen als Eintrittspforte. „Der Saftstrom der Pflanzen wird gestört“, erklärt Pflanzenbauberater Rainer Even vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, zuständig für den Landkreis Kassel.

Kein Mittel gegen Pilz

Der Befall kam plötzlich. In diesem Jahr seien besonders viele Pflanzen betroffen. „So eine extreme Situation gab es noch nie“, sagt Even. „Der Anteil der geschädigten Pflanzen schwankt sehr. Er liegt zwischen fünf und 90 Prozent.“ Entscheidend ist neben der Sorte und dem Standort, wie weit der Raps bereits entwickelt war.

Gleichwohl bleibt ein Problem für die Landwirte: Gegen den Pilz gibt es kein Mittel. „Man kann die Pflanzen nicht heilen“, sagt Even. Viele Landwirte brachten in den vergangenen Wochen dennoch Fungizide aufs Feld, um die gesunden Pflanzen zu schützen. Die Kosten dafür liegen zwischen 50 und 100 Euro pro Hektar.

Vom Standort abhängig

Im Landkreis Kassel werden 5500 Hektar Raps angebaut. Wie hoch der finanzielle Schaden unterm Strich ausfällt, könne man noch nicht sagen, betont Johannes Gerhold.

Verlässliche Zahlen gebe es erst nach der Ernte Mitte bis Ende Juli. Ertragseinbußen würden im Altkreis Wolfhagen sehr unterschiedlich ausfallen. „Das ist von den Standorten abhängig“, so Gerhold.

Quelle: HNA

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