Hohe Versicherungsprämien: Hebammen befürchten Existenznot für Praxen

Schwalm-Eder. Im Juli wird die Haftpflichtprämie für die freiberuflich erbrachte Geburtshilfe von 3700 auf 4250 Euro erhöht.

Das Einkommen der Hebammen steigt indes nicht. Es werden wohl noch mehr Hebammen im Schwalm-Eder-Kreis ihr Angebot einschränken oder Praxen ganz schließen, befürchtet Dr. Edith Wolber, Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes.

Die nächsten Hebamme, die eine Hausgeburt übernehmen würde, sitze im Kreis Fulda. Eine Alternative sei eine Geburt in einem Geburtshaus, wie es sie in Kassel und Marburg gibt. Sonst müssten Frauen das machen, was ihnen zur Verfügung steht – in eine Klinik gehen. Dies bedeute im Landkreis aber lange Anfahrtswege.

Aber es gebe weitere Hiobsbotschaften, sagt Wolber. Im Bundestag wurde die Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, regulierend bei der Ausgestaltung der Haftpflichtprämien der Hebammen einzugreifen.

Abgelehnt wurde auch der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die Leistungen bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett aus der Reichsverordnung in das Sozialgesetzbuch zu überführen und zeitgemäß zu formulieren. Der Eintrag in der Reichsverordsnung stamme aus dem Jahr 1911, sagt Wolber. Derzeit sei es so, dass Krankenkassen nicht einmal präventive Leistungen abrechnen müssten. Die Regierung in Berlin riskiere, alle 18.000 Hebammen in Deutschland in Existenznot zu bringen, sagt Wolber.

Von Damai D. Dewert und Alexandra Lache-Elsen

Bereits vor zwei Jahren war die Versicherungssumme um 50 Prozent gestiegen. Seitdem gebe es im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg keine Hebammenpraxen mehr, die Hausgeburten anböten, sagt Susanna Ziegler, Kreisvorsitzende des Hebammenverbands und Mitarbeiterin einer Hebammenpraxis in Morschen.

Quelle: HNA

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