Wenn alles glatt läuft, kann im Spätsommer nächsten Jahres Einweihung gefeiert werden

Hold-Henners-Hus macht sich

Wer will fleißige Handwerker sehen? An Hold-Henners-Hus in Wettesingen sind die Ehrenamtlichen immer im Einsatz. Karl-Heinz Baake, Hermann Rappe und Klaus Seewald (von links) bekommen durch weitere Helfer verlässliche Unterstützung. Fotos: Binienda-Beer

Wettesingen. Hold-Henners-Hus in Wettesingen ist wieder ein großes Stück vorangekommen auf seinem langen Weg vom jahrzehntelangen Dornröschenschlaf zu einer mit Leben erfüllten dörflichen Begegnungsstätte.

Dafür haben die ehrenamtlichen Handwerker aus den Reihen des Heimat- und Geschichtsvereins Wettesingen in den vergangenen Monaten nochmals kräftig die Ärmel hochgekrempelt. Weitere Etappenziele sind erreicht.

Frühjahr und Sommer nutzten die Vereinsaktiven tatkräftig, um das ehrgeizige und beispielhafte Projekt in dem mit über 360 Jahren ältesten Wohngebäude am Ort weiter zu verwirklichen. Mit der Fertigstellung von zwei neuen baulichen Errungenschaften geht das Bauteam in den Winter, in dem die Arbeit aber auch nicht ruhen soll.

Alter Pferdestall ganz neu: Vorsitzender Hermann Rappe

Der Innenausbau wird sich auf die Deele des historischen Ständerfachwerkhauses konzentrieren. Hier gilt es nun, eine Fläche von 120 Quadratmetern Lehmgefachen in traditioneller Technik wiederherzustellen und die vorübergehend eingezogene Zwischendecke wieder zu entfernen. Mit handwerklichem Fachwissen und Können leisten die Vereinsmitglieder Helmut Berndt und Otto Rappe wertvolle Unterstützung. So wie es Schreiner Fritz Schön (77) bereits bei der Rekonstruktion von nicht mehr reparablen historischen Fenstern getan hat.

Original von 1651: Gefach auf dem Dachboden.

Wenn der Putz dran ist an den Wänden und der Dreck raus aus der Deele, die einmal für unterschiedlichste kulturelle Veranstaltungen als gute Stube des Hauses dienen wird, muss nur noch die Verlegung des Fußbodenbelags abgeschlossen werden. Eichendielen werden den rustikalen Charakter des Veranstaltungsortes unterstreichen.

Die Fördermittel für das HuGV-Mammutprojekt sind inzwischen nahezu aufgebraucht. Jetzt heißt es, sämtliche weiteren Ausgaben aus eigener Kraft zu bestreiten. „Alle hier arbeiten ehrenamtlich. Und wenn wir das nicht täten, könnten wir das Projekt nicht vervollständigen“, sagen Backhaus-Chef Klaus Seewald und Vorsitzender Hermann Rappe. Das Rückgrat der Finanzierung stellen die Feste und die Aktivitäten im eigenen Backhaus dar.

So kamen auch die mehr als 6000 Euro zusammen, die Ausbau und Verlängerung des ehemaligen Pferdestalls entlang der Deele in diesem Sommer verschlungen haben. Ein zusätzlicher Arbeitsraum für das Backhaus und eine Küche konnten hier eingerichtet werden. Fertig ist auch die Verwandlung des ehemaligen Strohlagers ganz oben in Hold-Henners-Hus in ein Dach-Café, dem gemütlichen Rückzugsort an Backtagen und bei Festen.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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