„Das ist unfassbar“

Holz knickte wie Streichhölzer: Unwetter zerstört Scheune

Nur noch Trümmer: Die Feldscheune von Landwirt Ludwig Fenge wurde vom Sturm zerstört. Hier war wertvolles Gerät abgestellt. Befreundete Bauern haben Fenge Hilfe angeboten. Foto: Schaake

Felsberg. Landwirt Ludwig Fenge verlor bei Unwetter seine Feldscheune und damit ein Standbein.

Landwirt Ludwig Fenge ist erschüttert. „Ich kann es nicht begreifen“, sagt er mit gesenktem Kopf. Ein schweres Gewitter hat am Dienstagabend seine Feldscheune an der Lohrer Straße in Felsberg zerstört, die seit Jahrzehnten ein wichtiges Standbein des Felsberger Landwirtes ist. Sein Großvater hat die Scheune 1927/28 erbaut, nachdem ein Vorgänger-Gebäude abgebrannt war. Fenge bewirtschaftet den Hof in der achten Generation.

„Die Scheune war trotz des Alters vollkommen intakt, in einem guten Zustand und stabil“, sagt der 65-Jährige. Einige Balken seien abgebrochen wie Streichhölzer. Fenge, seine Frau und seine beiden Töchter können am Tag nach dem Verlust der Scheune nicht begreifen, welche Kräfte solch ein Gewitter hat.

„Das ist unfassbar“, sagt Margot Fenge. Als das schwere Unwetter am Dienstag gegen 18.20 Uhr vorüber war, war die Familie Fenge damit beschäftigt, Schäden am Dach ihres Wohnhauses am Bauernhof an der Lohrer Straße/Niedervorschützer Straße zu beseitigen. Da waren schon mehrere Autofahrer vorbeigekommen und hatten ihnen gesagt, die Feldscheune Richtung Lohre sei nur noch einen Meter hoch. Eine Anruferin berichtete, sie sei zusammengefallen. Da dachte die Familie daran, es habe eventuell Schäden am Dach gegeben - wie früher immer mal wieder.

Da wusste die Landwirtsfamilie noch nicht, dass nur noch Trümmer übrig geblieben, wertvolle Geräte zerstört worden waren.

Unwetter im Schwalm-Eder-Kreis

„Wenn das eine Bruchbude gewesen wäre“, sagt Fenge, „aber es war doch alles in Ordnung“. Ein Glück, fügt er hinzu, dass kein Mensch verletzt wurde. Noch eine halbe Stunde vor dem Aufzug des schweren Gewitters hatte er ein Gerät in der Scheune abgestellt. Und ein Freund hatte ihn eine halbe Stunde vorher gefragt, ob er einen Wagen geerntete Gerste in der Scheune unterstellen dürfe. Dazu kam es nicht mehr, weil er vom Gewitter überrascht wurde.

Es wäre durchaus denkbar gewesen, sagt Fenge, dass er sich bei dem herannahenden Gewitter selbst in der Scheune untergestellt hätte, um Schutz zu suchen. Oder der Freund die Frucht untergestellt hätte. Ein Glück, dass es dazu nicht kam.

Über die Höhe des Sachschadens möchte sich der Eigentümer noch nicht äußern. Das müsse mit der Versicherung geklärt werden.

Von Manfred Schaake

Alles zu dem Unwetter in der Region gibt es hier.

Quelle: HNA

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