Zertifikat allein reicht nicht aus

Holzkunden wollen mehr Qualität und Nachhaltigkeit im Wald

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Kümmern sich um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung: Revierförster Peter Muster (von links), der Vorsitzender der Waldinteressenten Balhorn, Gerhard Bräutigam, Mitarbeiter des Forstamtes Wolfhagen Kai Hoffmann mit Rüpel, Auditor Niels Plusczyk, der stellvertretende Vorsitzender der Waldinteressenten, Kurt Raabe und Theo Arend vom Forstamt Wolfhagen.

Balhorn. Der kleine Privatwald in Balhorn, der von Hessen Forst bewirtschaftet wird, wurde auf seine Nachhaltigkeit überprüft. Das erwarten Holzkunden immer mehr. 

Die moderne Waldbewirtschaftung beginnt beim Kunden. Säge- und Schälwerke, ja selbst die Hersteller von Holzkohle, verlangten von ihren Lieferanten verstärkt Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, sagt Theo Arend, stellvertretender Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Holz, wie es im 23 Hektar großen Wald der Waldinteressenten Balhorn wächst. Seit dem Jahr 2005 ist die Fläche zwischen Balhorn und Altenstädt nach den internationalen Richtlinien des PEFC zertifiziert.

Allerdings ist das Zertifikat kein Selbstläufer. Regelmäßig müsse der kleine Wald, der von Hessen Forst bewirtschaftet wird, nach einem Kriterienkatalog bewertet werden, sagt Auditor Niels Plusczyk, der in diesen Tagen zu Gast war bei den Waldinteressenten und deren Forst unter die Lupe genommen hat.

Gutes Holz kommt aus einem gesunden Wald

Bei der Inspektion des Mischwaldes, in dem die ältesten Bäume um die 120 Jahre alt sind, achtet Plusczyk unter anderem darauf, wo Bäume entnommen wurden, an welchen Stellen der Boden befahren wurde, wie breit die Rückegassen sind und ob es Schäden gibt. Eine Rolle dabei spielt auch, wie hoch der Anteil an Biotopholz ist und ob etwas für den Artenschutz getan wird.

Hessen Forst tritt für die Waldinteressenten Balhorn als Dienstleister auf. Dabei alles unter einen Hut zu bekommen, sei nicht leicht, sagt der stellvertretende Vorsitzende Kurt Raabe. Denn die bewirtschaftete Fläche besteht aus 110 Parzellen, die sich 95 Besitzer teilen – ein Gebilde, dessen Anfänge weit zurückreichen in die Geschichte.

Erst vor 100 Jahren schlossen sich die Besitzer des Privatwaldes zusammen, um die Vorteile einer gemeinsamen Bewirtschaftung – damals war es die Herstellung von Brennholz – zu nutzen. Inzwischen ist die Mitgliederstruktur recht verzweigt und mitunter unübersichtlich. Grund dafür ist das wiederholte Vererben von Grund und Boden.

Zertifikat noch nicht bekannt genug

Insbesondere Hessen Forst legt großen Wert auf die nachhaltige und verantwortungsbewusste Bewirtschaftung des Waldes. Denn beim Verkauf des Holzes holt der Dienstleister die Ware aus verschiedenen Waldgebieten. Und wenn darunter eines sei, das nicht nach den Richtlinien des PEFC zertifiziert sei, führe das bei der Vermarktung zu Problemen, sagt Theo Arend.

Wie Plusczyk erklärt, habe eine Befragung unter Verbrauchern ergeben, dass etwa ein Drittel der Befragten mit dem Logo des PEFC, das einen stilisierten grünen Laub- und Nadelbaum zeigt, etwas anfangen könne. „Was die Bekanntheit angeht, haben wir sicherlich noch Luft nach oben“, so der Auditor über das Waldzertifizierungssystem, das es seit etwa 20 Jahren gibt.

Quelle: HNA

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