Holzernte im Forstamt Wolfhagen: Es geht um die dicksten Bäume

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Baumauswahl in der Abteilung 33 in der Revierförsterei Ippinghausen: Forstwirtschaftsmeister Peter Borcherdt (links) und Revierförster Frank Ohlwein gleichen die Situation im Wald mit dem Wirtschaftsplan ab. Mit dabei Wachtel Finja.

Ippinghausen. Der Wald am Weidelsberg bei Ippinghausen gleicht einem Mehrgenerationenhaus. Betagte, mittelalte und junge Bäume prägen das Bild. Mächtige Buchen und Eschen scheinen mit ihren Ästen den blauen Märzhimmel zu berühren. Ihren dicken Stämmen gilt die Aufmerksamkeit der Forstwirte.

Daneben strebt der schlanke Nachwuchs auf. Sind die Baumgreise gefällt, profitieren die dreißig, fünfzig Jahre alten Nachkömmlinge vom neuen Licht- und Raumangebot. Und auch für die ganz kleinen Bäume steigt mit der Ernte der dicken Buchen die Chance, sich in den kommenden Jahrzehnten prächtig zu entwickeln.

„Genau so muss ein Wald aussehen“, sagt Frank Ohlwein, Förster in Ippinghausen. Er ist stolz, dass die 22 Hektar große Abteilung im Revier mit der Nummer 33 mit Bäumen aller Generationen durchmischt ist und die Naturverjüngung klappt. Bei der Baum-auswahl für die Holzernte hilft ihm das so genannte Forsteinrichtungswerk. In ihm ist für einen Zeitraum von zehn Jahren festgelegt, wie viel Holz aus dem Bestand herausgenommen werden darf, damit unterm Strich mehr nachwächst als geerntet wird und so das Nachhaltigkeitsprinzip gewahrt bleibt.

Alter ist nur ein Kriterium

Längst sind es nicht zwangsläufig die ältesten Bäume, an die die Motorsäge angesetzt wird. Der Stammdurchmesser sei ein entscheidendes Kriterium, sagt Theo Arend, stellvertretender Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Früher hätten sich die Förster bei der Baum-auswahl allein am Alter orientiert - mit dem Effekt, dass ganze Generationen im Bestand fehlten. Neben der Dicke des Baumes seien aber auch Ästhetik und von Kunden gewünschte Qualitäten wichtig.

Derzeit freut sich das Forstamt Wolfhagen mit seinen zwölf Revieren über eine exzellente Holznachfrage, Tendenz steigend. „Die Firmen wollen mehr haben, als wir zu liefern im Stande sind“, sagt Arend. Die enorme Nachfrage versetzt das Forstamt in die Lage, an der Preisschraube zu drehen und mehr Geld einzunehmen. (ant)

Quelle: HNA

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