Holzöfen im Visier der Feinstaub-Bekämpfer

Schornsteinfeger erfassen Feuerstellen: Grenzwerte für Kamine

Schwalm-Eder. In den 22 Kehrbezirken des Schwalm-Eder-Kreises erfassen die Schornsteinfeger derzeit alle Feuerstellen mit Kamin- und Kachelöfen. Der Grund dafür sind neue Grenzwerte für Feinstaub.

Sie sollen für bessere Luft sorgen. Das teilte die Schornsteinfeger-Innung mit.

„Früher hat nach Holzöfen keiner gefragt“, sagt der Felsberger Schornsteinfegermeister Thomas Pape. Mit Blick auf eine Zunahme von Atemwegserkrankungen, dem Wunsch nach mehr Effizienz beim Verfeuern von Holz und einer steigenden Anzahl von Holzöfen in Wohnhäusern habe der Gesetzgeber aber reagiert und Mindestanforderung festgesetzt. Von Ausnahmen abgesehen erfassen diese neuen Normen auch Altöfen, erläuterte Innungsobermeister Karl Heinz Hupfeld.

Was im Detail auf Kamin-Betreiber zukommt, kann die Innung erst nach dem Erfassen aller Feuerstellen sagen. Grob geschätzt dürften die bestehenden Anlagen aber dank langer Übergangsfristen meist die geforderten Grenzwerte einhalten. Wer in den vergangenen Monaten einen Ofen gekauft hat, ist ohnehin in einer komfortablen Lage. Denn längst haben die führenden Hersteller ihre Produkte an die neuen Werte angepasst, die in zwei Stufen bis zum Jahr 2015 ansteigen. „Was zurzeit verkauft wird, entspricht zu 95 Prozent den Vorschriften“, sagt Hupfeld. Ofenkäufer sollten auf Qualitätsmerkmale wie etwa die Europa-Norm 13 240 achten, rät Pape.

Trotz neuer Grenzwerte dürften sich Ofenfreunde allerdings auch künftig noch an ihren alten Kaminen und Kachelöfen wärmen. Denn für Bestandsanlagen muss erst bis Ende 2013 nachgewiesen werden, dass sie nicht mehr Feinstaub als erlaubt aus dem Schornstein pusten. Werden Normen nicht eingehalten, müssen die Feuerstellen bis 2015 mit Filtern nachgerüstet oder stillgelegt werden, teilte Innungstechniker Michael Maurer mit.

Quelle: HNA

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