Kreis Kassel sieht keinen Handlungsbedarf

Gefahr durch Fachwerkhaus in Balhorn - Holz stürzte auf Straße

Balhorn. Seit Jahren steht das Fachwerkhaus an der Fritzlarer Straße 7 leer und verfällt. Das ist nicht nur ein Schandfleck für Balhorn, finden  Einwohner und Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Mittlerweile geht eine Gefahr von dem Ensemble aus.

Jetzt hat sich das Giebeldreieck - ein Holzstück, das unter dem Dach befestigt ist - gelöst und ist auf die Straße gefallen.

Fast einen Meter breit und gut 30 Zentimeter hoch ist das Dreieck, das auf die Fritzlarer Straße fiel. Gut ein Dutzend Nägel stecken noch in dem Holzstück. Die sogenannte Verkehrssicherungspflicht ist Aufgabe des Eigentümers. Doch wo der nun lebt ist nicht bekannt, sagt Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Für ihn ist klar: „Da muss etwas passieren, so kann es nicht weitergehen.“ Der Bürgermeister sorgt sich um die Sicherheit der Einwohner.

Das Fachwerkgebäude ist in der Zwangsversteigerung. Der Eigentümer, so hört man im Ort, hatte mehrere Betriebe und sich finanziell wohl verzettelt. Längst ist der Mann aus Bad Emstal weggezogen. Den meisten Einwohnern wäre nun am liebsten, die Gebäude würden abgerissen.

Der erste entsprechende Hinweis an die Bauaufsicht des Landkreises Kassel kam bereits im August vergangenen Jahres. Damals befürchtete ein Bürger, dass sich die Straßenbauarbeiten negativ auf die Statik auswirken könnten. Der Landkreis schickte einen Statiker, der „keine Gefährdung“ feststellte, wie Kreissprecher Harald Kühlborn sagt. „Uns war aber aufgefallen, dass das Haus in keinem guten Zustand ist.“ Deshalb findet nun halbjährlich eine Kontrolle statt. Zuletzt stellte ein Experte im Februar fest, dass ein Eingreifen nicht nötig sei. Im August steht die nächste Kontrolle an. Sofern Gefährdungen bestehen oder gar Gefahr im Verzug ist, so Kühlborn, greift die Bauaufsicht ein. Derzeit sei ein sofortiges Handeln aber nicht nötig, so die Einschätzung beim Landkreis.

Für Bürgermeister Ralf Pfeiffer ist es „überraschend, dass trotz akuter Gefahr nichts passiert“. Die Gemeinde wolle nun selbst noch einmal Kontakt zur Kreisverwaltung aufnehmen. Sollte dennoch nichts passieren, müsse sich die Gemeinde Bad Emstal etwas überlegen.

Muss die Bauaufsicht tatsächlich eingreifen, so Kühlborn, wird dies zunächst dem Eigentümer in Rechnung gestellt. Kann er nicht zahlen, trägt der Steuerzahler die Kosten. Der Kreissprecher erinnert daran, dass Balhorn im Dorferneuerungsprogramm ist. Bis 2017 könnten Hausbesitzer, die renovieren möchten, Förderanträge stellen und 30 Prozent der Gesamtkosten bekommen.

Quelle: HNA

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