39-Jähriger muss 5000 Euro wegen Körperverletzung zahlen

Fritzlar. Körperverletzung warf die Staatsanwältin dem 39 Jahre alten Angeklagten in der Verhandlung am Amtsgericht Fritzlar vor. Er soll einen Bekannten an einem Freitagabend Mitte Mai 2010 in Homberg an den Haaren gezogen, mit Fäusten traktiert und ihm das Knie ins Gesicht gestoßen haben.

Der 41-jährige Geschädigte erlitt eine Gesichtsfraktur, Prellungen und Blutergüsse und musste im Krankenhaus operiert werden. Zu den Vorwürfen sagte der Angeklagte, dass er den Mann an dem Abend gar nicht gesehen habe.

Er sei zur Tatzeit von einem Freund zu seiner Arbeitsstelle gefahren wurde. Mit zwei Bestätigungen des Arbeitgebers wollte er die dortige Anwesenheit beweisen. Diese Nachweise wertete das Gericht als ziemlich wertlos. Ein Aussteller sagte: „Ich glaubte, dass der Angeklagten am Arbeitsplatz war.“ Ein anderer sagte, dass Bestätigungen auch erstellt wurden, obwohl Mitarbeiter zu spät kamen.

Zwei Zeugen hatten den Angeklagten zur Tatzeit am Haus der Geschädigten gesehen. Sie sahen aber nicht, wie der Angeklagte geprügelt haben soll. Das Opfer beschrieb, was aus seiner Sicht an dem Abend vorgefallen war. Noch heute leide er unter den Folgen der Schläge und Stöße.

Auch der Bruder des Beschuldigten soll bei der Tat dabei gewesen sein. Diesem hielt die Richterin vor, dass ihn drei Zeugen auf dem Hof des Geschädigten gesehen hätten. Er behauptete: „Ich war nicht dort.“

In der Vernehmung durch die Richterin kam heraus, dass der Schläger und das Opfer Mitglieder in einem Motorradclub in einer mittelhessischen Stadt waren. Nach der Affäre mit der Frau eines anderen sei er per SMS aufgefordert worden „die Kutte abzugeben und auszutreten“, sagte der 41- Jährige.

Obwohl die Richterin acht von 13 Zeugen anhörte, blieb das Motiv für die Prügel im Dunkeln. Selbst das Opfer konnte sich angeblich den Grund für die Schläge nicht erklären. Nach einem Rechtsgespräch zwischen Richterin, Staatsanwältin, Vertreter des Nebenklägers und Verteidiger unter Ausschluss der Öffentlichkeit informierte die Richterin, dass mit Zustimmung aller Beteiligten das Verfahren vorläufig eingestellt wird. Die endgültige Einstellung erfolge, wenn 5000 Euro Schmerzensgeld innerhalb von sechs Monaten an den Geschädigten gezahlt werden. (zam)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare