Einer mit Bodenhaftung

Amtseinführung: Dr. Nico Ritz ist der neue Homberger Bürgermeister

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Dr. Nico Ritz mit Frau Elke und ihren beiden Kindern während der Amtseinführung.

Homberg. Jetzt ist es amtlich: Homberg hat einen neuen Bürgermeister. Am Freitagabend wurde Dr. Nico Ritz während einer Feierstunde in der Stadthalle in sein Amt eingeführt. Zudem wurde sein Vorgänger Martin Wagner verabschiedet.

Ritz bat in seiner Rede um etwas, von dem er weiß, dass er es eigentlich nicht hat: Zeit. Mit Versprechungen hielt sich der neue Rathaus-Chef zurück. Und: Die heißen Eisen der Stadt, wie etwa das Kasernengelände, den Solarpark und die Innenstadtvitalisierung ließ er außen vor.

Er halte sich bewusst inhaltlich zurück, so Ritz im HNA-Gespräch am Freitagmorgen. Er werde zunächst Gespräche mit den Fachbereichsleitern führen und sich sein eigenes Bild machen, betonte er. Er hoffe, dass die 100-Tage-Regel auch bei ihm gelte.

So viel Zeit habe man aber nicht für die Haushaltskonsolidierung, betonte er. „Wir müssen 2015 weitere 800 000 Euro einsparen, um das Schutzschirmziel zu erreichen. Doch wurden die Maßnahmen, mit denen das erreicht werden sollte, zum größten Teil schon für den Haushalt 2014 eingesetzt.“ Dieses Ziel zu erreichen werde schwer und sicher auch schmerzhaft. „Ganz ohne Einschnitte wird es nicht gehen“, sagte Ritz und fordert die Stadtverordneten auf, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Überhaupt spiele das Wort „Wir“ für ihn auf allen Ebenen eine entscheidende Rolle, betonte Ritz.

Intensiveren Dialog führen

„Steuererhöhungen kommen nicht ernsthaft in Frage, das können wir den Menschen nicht zumuten“, so Ritz im HNA-Gespräch. Zudem müsse Homberg attraktiv und bezahlbar bleiben. „Der Kostenfaktor ist ein wesentlicher Vorteil des ländlichen Raumes gegenüber den Ballungsgebieten.“ Diesen finanziellen Vorteil sollte man nicht durch Steuererhöhungen verspielen.

Aktualisiert am Samstag um 9.10 Uhr.

Stattdessen müsse man sich über ganz viele kleine Dinge unterhalten (siehe weiterer Artikel). Besonders wichtig sei ihm die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten. Die wolle er verstärken. „Ich möchte einen intensiveren Dialog führen. Mehr reden, weniger Schriftliches.“ Deshalb habe er die Ortsvorsteher gleich für Mittwoch ins Rathaus geladen.

Erster Arbeitstag

Zuvor werde er am Montag – seinem ersten Arbeitstag – die Mitarbeiter der Verwaltung kennenlernen und sich recht schnell mit dem Kämmerer an den Haushalt machen. Sein Ziel sei es, den Haushalt 2015 noch in diesem Jahr ins Parlament zu bringen.

Ein Versprechen machte Ritz dann doch noch: Ende Oktober soll es eine Bürgerversammlung geben – zum Stand der laufenden Projekte, samt Ausblick. „Dann habe ich deutlich mehr Informationen und klare Antworten geben.“

Vor allem die Kommunikation nach außen und innen werde sich verändern, so Ritz. Das liege auch auf der Hand, da er und sein Amtsvorgänger zwei völlig unterschiedliche Typen seien. Auch die Herangehensweise an die Aufgaben werde sich ändern. Und zwar schon ab Montag.

Mit seiner Familie – Ritz ist verheiratet und hat zwei Kinder – ist der gebürtige Homberger derzeit auf Wohnungssuche in Homberg.

Fotos von der Amtseinführung

Amtseinführung von Dr. Nico Ritz in Homberg

An vielen kleinen und auch größeren Stellschrauben müsse gedreht werden, damit Homberg das Schutzschirmziel erreichen kann, so Hombergs neuer Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Der Gebäudebestand der Stadt sei eine solche Stellschraube. Die Stadt habe über 100 Gebäude im Bestand und sei einer der größten Vermieter. Doch müsse man die Organisationsstruktur überdenken. „Wir können mit vielen der Gebäude Geld verdienen, auch wenn das ein Effekt ist, der noch nicht gleich 2015 durchschlägt.“ Auch sei die interkommunale Zusammenarbeit ausbaufähig. So sei die Kooperation mit dem Frielendorfer Bauhof positiv für beide Seiten. „Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, so Ritz. Wichtig sei es ihm, dass man den Mitarbeitern die Angst davor nimmt.

Über eine Restrukturierung des Stadtmarketings denkt Ritz auch nach: „Das kann man noch effektiver strukturieren“, so Ritz im HNA-Gespräch.

Und wie bereits im Wahlkampf von ihm thematisiert, will er sich dafür einsetzen, dass Dorfgemeinschaftshäuser durch Trägervereine betrieben werden. Ein positives Beispiel sei Rodemann. Doch auch das werde im Haushalt 2015 vermutlich noch nicht greifen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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