SB-Möbler wird Verkaufsflächen mieten

279-jährige Geschichte endet: Möbel Schaumann schließt Filiale in Homberg

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Homberg. Das Unternehmen Möbel Schaumann schließt seine Filiale an der Ziegenhainer Straße in Homberg. Voraussichtlich zum November wird die Filiale komplett an einen SB-Markt verpachtet.

Damit endet ein Stück Geschichte: Vor 279 Jahren wurde an dieser Stelle das Möbelhaus Dickhaut eröffnet.

Bis November findet der Ausverkauf statt, der am Mittwoch beginnen soll. Das teilte Nina Kehl, die PR-Beraterin des Unternehmens, auf Anfrage mit. Der neue Mieter des Grundstücks möchte laut Kehl noch nicht genannt werden.

Als Grund für die Schließung der Filiale in Homberg, gibt das seit 1919 bestehende Familienunternehmen Umstrukturierungen an. Durch Millioneninvestitionen in einen Erweiterungsbau werde am Stammsitz in Kassel die Lagerkapazität verdoppelt. „Ähnliches Vorgehen ist am Standort in Homberg nicht möglich“, teilte Nina Kehl mit. Das fehlende Lager sei somit der Hauptgrund für die Vermietung des Homberger Gebäudes mit 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dem Einrichtungshaus sei es so nicht möglich, bestellte Ware schnell genug an Kunden zu liefern.

Darüber hinaus würden viele Kunden aus dem direkten Einzugsgebiet der Homberger Filiale bereits bevorzugt in Kassel einkaufen. Auch die gute Verkehrsanbindung und die „deutlich größere Auswahl“ in Kassel, machten das Haus dort für viele Kunden zur attraktiveren Einkaufsmöglichkeit, sagte Kehl.

Dies habe zu der Entscheidung geführt, sich durch die Schließung und Verpachtung der Filiale in Homberg auf das Angebot in Kassel und Korbach zu konzentrieren und es dort weiter zu verbessern, teilte die Pressesprecherin weiter mit.

Am Homberger Standort sind laut Kehl derzeit sieben Mitarbeiter beschäftigt. Sie sollen von den bleibenden Geschäften in Kassel und Korbach übernommen werden. Insgesamt hat das Unternehmen Möbel Schaumann, das in vierter Generation geführt wird, etwa 170 Mitarbeiter.

Möbel Schaumann investiert Millionen in Kassel

279-jährige Geschichte endet

Das Kasseler Unternehmen Möbel Schaumann hatte im Jahr 2012 das Möbelhaus Dickhaut übernommen. Es war zuvor 273 Jahre lang im Besitz der Familie Dickhaut. 2012 aber war die Firma Möbel Dickhaut wegen Zahlungsschwierigkeiten insolvent gegangen. Als Teil der Schaumann-Gruppe wurde das Gebäude anschließend für vier Millionen Euro umgebaut und neu eröffnet. 

Der damalige Hausleiter Falko Strasser war sich zu dieser Zeit noch sicher, dass das Unternehmen „auch noch den 300. Geburtstag hier in Homberg feiern“ würde. Mit der Übergabe und Verpachtung des Gebäudes von der Schaumann-Gruppe an einen SB-Möbler endet damit auch die 279-jährige Geschichte des zweitältesten Möbelhauses Deutschlands, das im Mai 1739 von Schreinermeister Martin Dickhaut gegründet worden war.

Quelle: HNA

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