Neues Marketingkonzept soll Bedeutung der Stadt Homberg steigern

Homberg: Mehr Gäste sollen die Stadt gelockt werden. Das ist das Ziel des Stadtmarketings und seinem Geschäftsführer Dr. Dirk Richhardt. Dafür müssten aber neue Wege gegangen werden.

Der adlige Philipp von Hessen und der Landsknecht Hans Staden: Homberg ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit. Während der Landgraf die Reformation in Hessen vorantrieb, war Hans Staden ein Kind jener Zeit. Zur Lutherdekade 2017, jenem Jahr, in dem sich auch der Todestag Philipps zum 450 Mal jährt, sollen beide die Besuchermassen nach Homberg locken.

Anlässlich der Lutherdekade bereiten sich zahlreiche Städte wie zum Beispiel Bad Hersfeld schon seit Jahren auf die Feierlichkeiten vor. In Homberg ist dies bis jetzt nicht der Fall gewesen. Doch das soll sich nun ändern.

"Ohne die Homberger Synode hätte die Reformation in Hessen nicht stattgefunden." Es ist eine starke These, die der Historiker und Geschäftsführer des Homberger Stadtmarketings Dr. Dirk Richhardt aufstellt. Und es gibt nicht wenige Menschen, die dieser so nicht zustimmen würden. Menschen aus Wittenberg, Eisenach und Marburg zum Beispiel. Diese reklamieren den Status Reformationsstadt für sich, berufen sich auf das Wirken Luthers in ihren Städten. Richhardt sieht das anders.

Zusammen mit Dr. Jürgen Schulz-Grobert, einem von vielen Vertretern der THS, der ev. Kirche, dem Geschichtsverein sowie dem Kulturring wurde das Projekt "Haus der Reformation" gegründet (wir berichteten). Dieses soll das Thema auf allen Ebenen aufgreifen und beweisen, dass Geschichte nicht nur interessant und spannend ist, sondern auch Spaß macht.

So sollen Filmabende, eine Seminarbibliothek und Werbeartikel die Besucherzahlen steigen lassen. Geplant sind ein Pfad der Reformation sowie Motto-Stadtführungen, geleitet von dem wohl berühmtesten Homberger jener Zeit: Hans Staden.

"Bildung ist unser Bodenschatz", sagt Richhardt, deshalb ist für das Projekt "Haus der Reformation" auch geplant, Konfirmandengruppen aus dem gesamten Kreis nach Homberg zu bringen, schließlich sei der Konfirmandenunterricht, auf Philipp den Großmütigen zurückzuführen. Wissenschaftler sollen für Forschungsarbeiten zu dieser Thematik anreisen und Touristen, aber auch Einheimische, bei Führungen, Vorträgen und Theaterspielen mehr über jene Zeit lernen. Das Medienzentrum, die St. Marienkirche, die Krone oder auch die THS sollen zu Begegnungsstätten werden. Dabei sei die Stadt an sich schon ein Raumerlebnis, sodass Räumlichkeiten für das "Haus der Reformation", etwa in Form eines Museums, zweitrangig seien.

Das allgemeine Ziel ist und bleibe, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Homberg zu steigern und den kulturellen Austausch zu fördern. Zu der Finanzierung des Projekts konnte sich Dr. Richhardt jedoch noch nicht äußern.

Quelle: HNA

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